| Das Wirtschafts- und Verbrauchermagazin |
April 2005
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Ohne GRW lief damals nichts!
Automatisierungstechnik fand weltweiten Einsatz Vergangenheit bewahren, Gegenwart erleben, Zukunft gestalten ... Ausstellung zu 100 Jahre Industriegeschichte am Teltowkanal in der ehemaligen Gemeindeverwaltung Kleinmachnow, Meiereifeld 35, geöffnet: sonntags 14.00-18.00 Uhr und nach Vereinbarung. 1929 errichtete die Nationale Radiatorgesellschaft (NARAG) auf dem Gelände am westlichen Rand Teltows eine Halle, die jedoch nur kurzzeitig genutzt und dann an andere Firmen verpachtet wurde. 1936 begann die Firma Heinrich List mit der Entwicklung und Produktion von elektrischen Mess- und Prüfgeräten sowie anderen Bauteilen. 1940 siedelten sich die Gesellschaft für Luftfahrtbedarf und 1941 die Firma Dr. Rudolf Hell an, die Fernschreiber, Ausrüstungen für die Marine, Funk- und Ortungsgeräte herstellte.
Nach dem Krieg wurden die Betriebe auf Grund ihrer Rüstungsproduktion enteignet. Die 1946 von drei Gesellschaftern auf dem Gelände gegründete Firma "Elektro Feinbau GmbH Teltow" fertigte nach anfänglicher Produktion von Haushaltsgeräten Prüfgeräte wie Rütteltische, Schlag- und Drehmomentprüfstände sowie Lautsprecher und Radioskalen an. Im gleichen Jahr errichtete die Firma Askania Berlin-Friedenau in Teltow ein Zweigwerk. Das Unternehmen hatte auf der Grundlage eines 1923 in einem Tunnelofen der AEG in Henningsdorf eingesetzten hydraulischen Strahlrohrreglers ein komplettes Regelungssystem entwickelt. Beide Betriebe wurden 1948 enteignet und zum "VEB Mechanik Askania" Teltow zusammengefasst. 1954 erfolgte eine erneute Unbenennung in "VEB Geräte- und Regler-Werke" Teltow (GRW). Der Betrieb entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einem Zentrum der Automatisierungstechnik in der DDR. Alle Kraftwerke, Chemieanlagen, Ampelkreuzungen und weitere Industriebereiche wurden durch GRW-Anlagen gesteuert. Die dort hergestellten Automatisierungsgeräte und -anlagen fanden weltweiten Einsatz. "Ohne GRW läuft nichts" - hieß es damals. Bis zu 12 000 Mitarbeiter waren in der Forschung, Projektierung, Baustellenmontage und Inbetriebsetzung tätig. Mit der Entwicklung von "ursamat K400" entstand eine neue, komplexe Generation von Automatisierungsanlagen, in die neben der konventionellen Gerätetechnik erstmals Prozessrechner vollständig integriert waren. Der Betrieb gehörte zu den weltweit wenigen Firmen, die Halbleiter-Drucksensoren entwickelten. Die Umsetzung in eine industrielle Fertigung erfolgte in Kooperation mit Mikroelektronik Stahnsdorf. Erste Aktivitäten, um sich auf die zukünftige Entwicklung vorzubereiten und die Überlebenschancen der Erzeugnisgruppen unter marktwirtschaftlichen Bedingungen auszuloten, wurden bereits im Oktober 1989 unternommen. Auf der Grundlage der langjährigen wirtschaftlichen Beziehungen zur Siemens AG kam es bald darauf zu Gesprächen über Möglichkeiten einer weitergehenden Zusammenarbeit, die schließlich 1991 in den Kauf des Anlagenbaus der "Geräte- und Regler-Werke" mündete. Die entstandene Siemens-Anlagenbau Teltow GmbH verschmolz 1992 mit dem Mutterkonzern. Als weitere wichtige Teile des Betriebes, deren Fortbestand gesichert werden konnte, sind die "audapas Sensorfertigung" und die "audaflux Zählerproduktion" zu nennen. H. Weiß zurück zur Übersicht zurück zur STARTSEITE Archiv-Bezeichnung (intern): 2005-04-grw |
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