Stahnsdorf
Teltow
Kleinmachnow
Das Wirtschafts- und Verbrauchermagazin
April 2004
Imkerei im Siedlungsgebiet des Teltowkanals
Bienen, Obstgärten und Allergien Teil 2
In unserem Raum ist in den letzten Jahren die Zahl der Imker und dementsprechend der Bienenvölker geringer geworden. Damit ist die flächendeckende Bestäubung der Kulturen gefährdet - und das in den schönen Gärten, die um unsere Häuser angelegt und mit Obstbäumen und Sträuchern bepflanzt sind.
Keineswegs hat nur der Imker seinen Vorteil von der Bienenhaltung. Sicher profitiert er am allermeisten von der Emsigkeit der Bienenvölker, ihrem ersten Erscheinen nach der Winterruhe (Bienen kennen keinen Winterschlaf!), ihren Vorbereitungen für die Volksvermehrung und natürlich von der Honigproduktion. Aber er sorgt eben auch für die Blütenbestäubung und damit für den Fruchtansatz in den Nachbargärten seiner Umgebung. Mancher Neuankömmling auf einem Nachbargrundstück macht sich Sorgen wegen einer Gefährlichkeit der Bienen nebenan. Dazu muss man sagen, dass bei uns durchweg solche Bienenrassen die Völker bilden, die sich durch "Sanftmut" auszeichnen. Den Imkern ist es gelungen, durch eine gezielte Königinnenauswahl dafür zu sorgen.
Bienen sind gewöhnlich so sicher auf ihren Stock eingeflogen, dass sie steil nach oben starten und ebenso wieder heimkehren. Eine mittelhohe Hecke verhindert zusätzlich das herumirrende Eindringen ins Nachbargrundstück. Häufiger kommt es vor, dass sich Wespen im Sommer am gedeckten Terrassentisch einfinden und an Marmelade, Zuckerguss und Honig naschen. Dann allerdings heißt es, Vorsicht walten zu lassen. Sie dürfen eben nicht mit den "harmlosen" Bienen verwechselt werden. An dieser Stelle ein Wort zum Honig: Unsere Imker sind bemüht, den ausgeschleuderten Honig nach seiner Herkunft zu kennzeichnen. Bei uns im Ort werden vornehmlich folgende Honigsorten eingetragen: Obstblüte (Frühjahrshonig), Robinie ("Akazie") und Linde. Da eine Reihe von Imkern mit ihren Völkern auf Wanderschaft geht, kommen weitere Sorten ins Angebot: Raps, Sonnenblume u.a.
Der Genuss des im Ortsbereich gewonnenen Honigs ist auch aus gesundheitlichen Gründen von Bedeutung. Ich kenne Kleinmachnower, die ausdrücklich bei uns eingetragenen Honig (mit dem darin enthaltenen Pollen) verlangen, weil sie auf diese Weise ihrer Pollenallergie entgegenwirken wollen. Insofern ist dem heimischen Honig nach meiner Erfahrung unbedingt der Vorzug zugeben. Ich habe erlebt, wie in Kanada in die Überwinterungs-Zuckerlösung Antibiotika hineingepumpt und in Südafrika der Honig erhitzt und durch Filtration seiner typischen Bestandteile, der Pollenkörner, beraubt wird. Umso wichtiger ist es, dass wir auch in unserem Raum mehr Bienen halten und Nachwuchs für die Bienenzucht gewinnen. Die Bienenhaltung auf unseren Grundstücken ist juristisch als ortsüblich gesichert, und seit dem März diesen Jahres gibt es nun bei Stefan und Ulrike Leja, Im Jägerhorn 50, Kleinmachnow ein Imkereibedarfs-Geschäft. Eigentlich braucht es nur noch Mut, sich für Bienen zu begeistern und sich praktisch mit ihnen zu befassen.

Prof. Dr. Joachim Nitschmann,
Im Dickicht 46, Kleinmachnow







zurück zur Übersicht  
zurück zur STARTSEITE  
























Archiv-Bezeichnung (intern): 2004-04-Imker2




© 2003-2005 info-serv Werbeagentur Teltow, Inh. Uwe Valentin | realisiert von Websites for Winners, Teltow, Inh. Detlef Mai | Impressum/Disclaimer