| Das Wirtschafts- und Verbrauchermagazin |
März 2004
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Imkerei im Siedlungsgebiet des Teltowkanals
Wie die Bienen hier heimisch wurden. Eigentlich ist unsere Honigbiene eine Waldbewohnerin. Hinter dem zurückweichenden Eis ist sie am Ende der Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren von Südwesteuropa in unser Gebiet vorgedrungen. In Baumhöhlen haben die Bienenvölker, d.h. eine Königin mit fünf- bis zwanzigtausend Arbeiterinnen, ein Quartier bezogen. Als Nahrung dienten ihnen der Blütennektar und oft auch die zuckerhaltigen Ausscheidungen der Blattläuse, die an Blättern und Nadeln saugten. In Drüsen der Hinterleibsunterseite produzierten sie daraus kleine Wachsplättchen und formten diese zu Waben mit Zellen für Arbeitsbienen und größeren für die männlichen Drohnen. Bei Platzmangel im Sommer setzten sie kleine Näpfchen am Wabenrand an. Aus den von der Königin dort hineingelegten Eiern schlüpften kleine Larven, die mit hochwertiger Nahrung, dem Gelee royal, gefüttert und dadurch zu neuen Königinnen herangezogen wurden. Dann verließ die alte Königin mit einem Teil des Bienenvolkes die Höhlenwohnung. Nur diesen Ausflug bezeichnet man als Schwarm. Der ging auf Suche nach einer neuen Wohnhöhle. Auf diese Weise wurden auch unsere märkischen Wälder und sicher die Sandhänge um Bäke und Wannsee besiedelt. Zunächst stiegen sogenannte "Zeidler" auf die "Bienenbäume" und schnitten die Waben heraus, in denen der Honig, das einzige damalige Süßungsmittel, als Winterreserve deponiertwar. Das Wabenwerk wurde von ihnen geschmolzen und zu den begehrten Kerzen verarbeitet. Später kamen sie auf die Idee, den Baumklotz mit dem Volk abzusägen und neben ihr Gehöft zu stellen. Die Bienen flogen von dort zur Nahrungssuche aus. Neben dem Nektar holten sie aus Blüten den Blütenpollen für spezielle Ernährung ihrer Brut. Die Bienen-Baumklötze wurden in der Folge durch geflochtene (Stroh-) Körbe und danach durch Kästen (Beuten) ersetzt. Die Bienen darin sind in ihrer Lebensweise unverändert geblieben, auch als man sie ihre Waben in beweglichen Rähmchen bauen ließ. Seit dem kann der Imker das Geschehen im Volk besser kontrollieren und für eine ökonomische Nutzung des aus dem Nektar entstandenen, in den Zellen abgelegten Honigs sorgen, ohne das Wabenwerk zu zerstören. Auch heute stehen in Kleinmachnow, Teltow und Stahnsdorf auf manchem Grundstück Bienenbeuten. Die Bienenhalter sind in einem florierenden Imkerverein organisiert und sorgen sich um eine bienengerechte Betreuung ihrer Völker. Dazu gehören Maßnahmen gegen die gefährliche außenparasitische Milbe Varroa und manche Brutkrankheiten. Prof. Dr. Joachim Nitschmann ...wird fortgesetzt zurück zur Übersicht zurück zur STARTSEITE Archiv-Bezeichnung (intern): 2004-03-Imker |
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