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Das Wirtschafts- und Verbrauchermagazin
Oktober 2005
"Wechsel"-fieber bei Kfz-Versicherungen steigt bereits
Lücken bei Entschädigung am gefährlichsten
Teltow, 15.10.2005 – Ungewöhnlich früh ist in diesem Jahr der Kampf um Kunden bei den Kfz- Versicherern entflammt. Preisunterschiede von 50 oder gar 500 Euro für ein Jahr sind nicht selten. Manchmal gibt es sogar verschiedene Tarife vom selben Versicherer.
"Völlig gerechtfertigt" nennt Hartmut Siegelberg, die zum Teil heftigen Unterschiede, denn in den Packungen steckt nicht immer gleich viel Versicherung drin. Sehr unterschiedlich können die Zahlungen der Unternehmen sein. Siegelberg malt gleich den Teufel an die Wand: "Schädigt jemand alle vier Insassen einer Fahrgemeinschaft so schwer, dass lebenslange Renten fällig werden, wird deren Kapitalwert berechnet. Liegt dieser höher als die Versicherungssumme der gewählten Kfz-Haftpflicht, zahlt auch der Unfallfahrer selber vom ersten Euro an aus eigener Tasche."
Hartmut Siegelberg rät dringend, beim Umschauen in den kommenden Wochen nicht nur auf die Preise zu achten, sondern die Konditionen "möglichst pingelig" zu prüfen. Dabei könnte sich dann herausstellen, dass es von der Teilkasko nach Haarwildschäden kein Geld gibt – oder immer und nach allen Zusammenstößen mit Tieren. Nach einigen Verträgen dürfen Unfallreparaturen nur mit gebrauchten Teilen erfolgen – oder es wird nach Totalschaden oder Diebstahl im ersten Zulassungsjahr der volle Neupreis gezahlt. Ganz wichtig für Fahrer mit Höchstrabatt: Nach Empfehlung von Hartmut Siegelberg sollte der Rabattretter vorgesehen sein, wonach bei nur einem verursachten Unfall keine Preisrückstufung erfolgt. "Die kann nämlich glatt tausend bis dreitausend Euro ausmachen", wie Siegelberg den Tipp begründet.
Hinter vermeintlichen supergünstigen Angeboten können sich also empfindliche Zahlungseinschränkungen der Versicherer verstecken, wohl verklausuliert. Klar erkennbare Einschränkungen, mit denen man sich einverstanden erklären kann oder nicht, sind den Versicherungskaufleuten lieber, z. B. bei einem Billigversicherer die komplette Verweigerung des Kaskoschutzes für junge Fahrer (männlich) oder für bestimmte Autotypen, die bei Dieben besonders begehrt sind.

Gespart wird aber nicht nur an den Entschädigungen, sondern auch bei den Entgelten für die Vermittler und Betreuer. Was zehn ersparte Euro ohne professionelle Beratung ausrichten können, das merkt man erst beim Schaden, warnt Siegelberg. Dazu zählt er z.B. den aus eigener Tasche zu zahlenden Restwert, wenn der geleaste Wagen einen Totalschaden hat und die Versicherung nur den Zeitwert zahlt. Oder die zu geringe Zahlung eines ausländischen Versicherers nach dem Unfall mit dem Leihwagen. Den fehlenden Rest zahlt dann der schlecht beratene Fahrer selber, für den gut beratenen springt die eigene Kfz-Haftpflicht ein.
Das Tohuwabohu der Versicherungsangebote sollte man zum Anlass nehmen, um den bisherigen Vertrag gründlich zu prüfen und dann wegen passender Neuerungen anzuklopfen. "Denn bei den Autoversicherungen ist es bald wie mit den Autos selber", urteilt Siegelberg, "von spartanisch bis ganz luxuriös ist alles zu haben. Wer seinen eigenen Bedarf genau kennt, hat es mit der Typenwahl leichter."
mr







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Archiv-Bezeichnung (intern): 2005-10-Kfz




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