|
|
|
| Das Wirtschafts- und Verbrauchermagazin |
Oktober 2005
|
|
Widerspruch und Hilfe zur Gasabrechnung
Als Alternative zum teuren Öl wurde einst für Erdgas geworben. Die Nachfrage nach der umweltschonenden und kosten günstigeren Energie stieg schnell. Erdgas ist mittlerweile der zweit wichtigste Energieträger weltweit und die Nachfrage steigt. Folglich gehen die Preise für die Alternativenergie, die den Endverbraucher "unabhängig vom Öl" machen sollte, in die Höhe. Der Erdgaspreis sei nicht allein mit den Marktmechanismen von Angebot und Nachfrage erklärbar, argumentiert die Energie Mark Brandenburg (EMB). Die geringe Zahl der Lieferländer, die technische Besonderheit, das Gas über ein festes Leitungsnetz zu transportieren und die "Notwendigkeit von langfristigen Bezugsverträgen" wirke auf den Preis. Deutschland ist auf die Einfuhr von Erdgas angewiesen, das aus Russland (35 Prozent), Norwegen (24 Prozent) und den Niederlanden (19 Prozent) importiert werden muss. Der Transport über Pipelines sei kostenintensiv: 500 Millionen Euro habe die EMB bisher in das eigene Leitungsnetz investiert. Diese festen Verbindungen können nicht einfach gekappt und umgesetzt werden und daher müssen mit den Rohstofflieferanten langfristige Verträge geschlossen werden. Und dann ist da noch der Staat, der etwa 30 Prozent Belastungen aus Steuern und Abgaben erhebt, Darunter auch die Ökosteuer. Diese Faktoren sind für den Verbraucher nachvollziehbar. Warum aber sollen sich die Kunden mit immer höheren Rechnungen abfinden, die mit einer "Bindung an den Ölpreis" begründet werden? Die Verbraucher haben sich doch eindeutig für eine Alternative zum Öl entschieden. Ermutigt durch die Entscheidung eines Hamburger Gerichts, dass von der "E.ON Hanse" Nachweise für die höheren Gaspreise forderte, ruft die Verbraucherzentrale Brandenburg zu einer Sammelklage auf. Über 200 Bereitschaftserklärungen sind bei der Verbraucherzentrale in Potsdam in den vergangenen Wochen eingegangen, mehr als 300 Verbraucher lassen ihre Rechnungen mittlerweile dort prüfen. Die Kunden sollen den ständig steigenden Preiserhöhungen per Widerspruch oder "ausdrücklicher Zahlung unter Vorbehalt" begegnen. "Gaskunden haben ein Recht auf nachvollziehbare Preise", ermutigt Verbraucherschützer Hartmut G. Müller die Betroffenen, die manchmal per Mahnbescheid oder gar mit der Einstellung der Gaslieferung drohen. Die Verbraucherzentrale beurteilt die Gaspreiserhöhungen um mehr als zwei Prozent als "unbillig". Sie will nun rechtliche Schritte einleiten und ermutigt die Verbraucher dazu, entweder die anteilige Preiserhöhung zu verweigern und abzuwarten - denn dann wäre der Versorger in der Beweislast für die Angemessenheit der Preiserhöhung - oder Abschlagszahlungen zu leisten (zzgl. der zwei Prozent), aber unter Vorbehalt und mit Erklärung der eigenen Position.um sich als Kunde nicht ins Unrecht setzen zu lassen. Allerdings haben bisher weder Widersprüche einzelner Betroffener noch die der Landeskartellbehörde die Gasversorger dazu bewegen können, auf Preiserhöhungen zu verzichten. Diese argumentieren weiterhin mit der Orientierung an den steigenden Ölpreisen. Die EMB versorgt in der Region Kleinmachnow, Teltow, Stahnsdorf über 11500 Haushalts- und Kleingewerbekunden mit Erdgas. Diese werden in einem nach Preisgruppen gestaffelten System geführt. "Unsere BEST-Abrechnung garantiert, dass der Kunde immer in der für seinen individuellen Verbrauch günstigsten Preisvariante abgerechnet wird", wirbt EMB-Pressesprecher Jochen-Christian Wagner, "Bindungswilligen Kunden gewähren wir einen so genannten Laufzeitrabatt". Handwerksbetrieben steht ein besonderer Service der EMB zur Verfügung, der dann interessant wird, wenn Erdgas als Prozessenergie in die Produktion oder beispielsweise als Beheizung von Hallen eingesetzt wird. Ein Energieberater der EMB führt Wirtschaftlichkeitsuntersuchungen vor Ort durch, berät bei der Ermittlung von Anschluss- und Umstellungskosten oder bei einem Brenner- oder Gerätewechsel. Tipps: 1. Die Sammelklage der Verbraucherzentrale Brandenburg gibt es in der Landesgeschäftsstelle, Templiner Str. 21, 14473 Potsdam, oder im Internet www.vzb.de 2. Ansprechpartner der Energieberatung der EMB ist Gewerbekundenberater Uwe Meyer, Tel. 03372/451-652 K. Sawalski zurück zur Übersicht zurück zur STARTSEITE Archiv-Bezeichnung (intern): 2005-10-Gasabrechnung |
|
|
|