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| Das Wirtschafts- und Verbrauchermagazin |
Juni 2005
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Zeckenbiss - was tun?
Liebe Leserinnen und Leser! Im Mai und Juni liegt der erste Gipfel der von März bis Oktober dauernden Zeckensaison. Zecken oder - wie wir sie meist nennen - Holzböcke leben in Bodennähe, im Wald im Unterholz, in den Gärten vorwiegend in Sträuchern und Hecken. Sie befallen Wirbeltiere und Menschen, deren Blut ihnen als Nahrung dient. Welche Krankheiten werden von Zecken übertragen? Wer sich in unserer Region beißen lässt, kann durch weltweit vorkommende Bakterien infiziert werden, die man Borrellien nennt. In Teilen Süddeutschlands, der Schweiz, Österreichs, Tschechiens, der Slowakei, Russlands, Finnlands, Ungarns und Polens, jedoch nicht in Berlin und Brandenburg, übertragen sie neben der Borrelliose auch Viren, die die sogenannte Frühsommermeningoenzephalitis (FSME) verursachen, eine Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten. Macht jeder Zeckenbiss krank? Nach einem Zeckenbiss kommt es häufig zu juckender Hautrötung an der Bissstelle, die sich innerhalb einer Woche wieder zurückbildet, vergleichbar mit einem Insektenstich. Manchmal werden auch Borrelliose und selten die FSME übertragen. Dafür müssen zwei Bedingungen erfüllt sein: Erstens muss die Zecke selbst infiziert sein und zweitens lange genug, Blut gesogen haben, das heißt 12 bis 24h, da es sonst zu keiner Übertragung kommt. Das Risiko nach einem Zeckenbiss an Borreliose zu erkranken liegt bei 1:100, für eine FSME bei 1:10.000, d.h., die allermeisten Zeckenbisse bleiben folgenlos. Wie kann ich mich vor Zeckenbissen schützen? Wer Hecken, Farne und Unterholz meidet, wird kaum mit Zecken in Berührung kommen, aber einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht. Hautschutzmittel wirken besser gegen Mücken. Um sich vor den Krankheiten zu schützen, die die Zecken übertragen können, reicht es völlig aus, sich nach dem Ausflug in's Freie oder nach der Gartenarbeit auf Zecken zu untersuchen. Was tun wenn man am Körper eine Zecke findet? Zecken sollten so bald wie möglich mit einer in der Apotheke erhältlichen Zeckenzange oder einer Pinzette vollständig entfernt werden. Werden die Zecken noch am gleichen Tag entfernt, ist es praktisch unmöglich sich zu infizieren. Beim Entfernen der Zecken spielt es übrigens keine Rolle, ob man sie rechts oder links herum rausdreht, wichtig ist, sie möglichst weit vorne zu packen und darauf zu achten, dass nicht Teile in der Bissstelle zurückbleiben. Keinesfalls sollte man versuchen,die Zecke mit Petroleum od. a. Flüssigkeiten zu ersticken, da dabei vermehrt Borrellien in die Blutbahn freigesetzt werden können. Was sind die ersten Anzeichen für eine Borrelliose und FSME? Der Beginn einer Borrelliose ist oft schleichend und kündigt sich mit Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen sowie eventuell leichtem Fieber, um 38 Grad ein paar Wochen nach dem Zeckenbiss an. In der Hälfte der Fälle kann man innerhalb von Wochen an der Einstichstelle eine ei- bis handtellergroße Rötung sehen, die sich im Laufe der Zeit verlagert. Deshalb nennt man sie Wanderröte, lateinisch Erythema migrans. Symptome der FSME können denen der Borrelliose ähneln, jedoch geht FSME fast immer mit mittelhohem Fieber (ca. 39 C) einher. In beiden Fällen sollten sie umgehend den Arzt aufsuchen. Wie kann ich mich vor FSME schützen? Für FSME gibt es derzeit noch keine Therapie, aber einen gut verträglichen Impfstoff. Um zu klären, ob in Ihrem Fall eine Impfung angezeigt ist oder nicht, lassen Sie sich vor ihrem Sommerurlaub von Ihrem Hausarzt beraten oder wenden Sie sich an uns. Dr. med. Jörg-Peter Pinnow Praxis für Innere Medizin und hausärztliche Versorgung Ärztehaus am Rathausmarkt, Kleinm., Tel. (033203) 865 75 zurück zur Übersicht zurück zur STARTSEITE Archiv-Bezeichnung (intern): 2005-06-Zecken |
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