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| Das Wirtschafts- und Verbrauchermagazin |
Juni 2005
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Algenbildung an Gebäudefassaden
Algen gehören zu den ältesten Lebewesen der Erde. Nachdem sie jedoch zunehmend in den letzten Jahren unsere Gebäudefassaden befallen, betrachten wir sie aus einem anderen Blickwinkel. Was sind Algen? Algen sind pflanzliche Lebewesen, die durch Photosynthese Biomasse erzeugen. Dabei sind sie in der Lage, die unterschiedlichsten Baustoffoberflächen zu besiedeln und diese dabei auch chemisch und physikalisch zu beeinflussen. Welches sind Faktoren für das Algenwachstum? Notwendige Voraussetzungen für das Algenwachstum sind hauptsächlich Wasser, Licht, Kohlendioxid, anorganische Nährstoffe, Temperaturen von 0 bis 40 C und ein neutraler bis leicht alkalischer pH-Wert.
![]() Was sind die Ursachen für den Algenbefall? Die Umstellung auf schwefelarme Brennstoffe sowie die Modernisierung der Heizanlagen lassen das Algenwachstum auf inzwischen zahlreich hochgedämmten Gebäudefassaden sprunghaft ansteigen.Hinzu kommen die Oberflächenbeschichtungen, die immer dünner werden und weniger Alkalität besitzen. Im verschmutzten Zustand sind derartige Oberflächen ideale Nährböden für Algen, Pilze und Flechten. Wie kann man Algenbefall verhindern? Ein ausreichender Dachüberstand kann bei niedrigen Gebäuden eine wirksame Abhilfe sein. Weiterhin sollten Wasseraufnahme und Diffusionswiderstand der Fassadenbeschichtung (SD-Wert) möglichst klein sein. Dadurch wird die Abtrocknung der Oberfläche beschleunigt. Man sollte auch Beschichtungen bevorzugen, die eine geringe Neigung zu Schmutzablagerungen an der Oberfläche besitzen. Kurz gesagt, die Fassade sollte so trocken und staubfrei wie möglich gehalten werden. Wie kann man Algenbefall bekämpfen? Bei einer bereits befallenen Fassade ist folgende Vorgehensweise denkbar: Zunächst sollten die Oberflächen mit einer algizid wirkenden Imprägnierung eingesprüht werden, die ca. 1 Tag einwirken muss. Anschließend wird die Fassade mit einem Dampfstrahlgerät mit etwa 60-80 C und 2-5 bar abgestrahlt (Entsorgungsvorschriften beachten). Nach dem Trocknen wird die Oberfläche mit einer algiziden Imprägnierung grundiert. Abschließend erfolgt eine Zwischen- und Endbeschichtung mit einem wasserabweisenden, algezid ausgerüsteten Beschichtungssystem auf Basis einer Siliconharzfarbe mit hoher Schmutzabweisung. Fazit Die zunehmende Algenbildung an Gebäudefassaden geht einher mit der Zunahme wärmegedämmter Fassaden. Die mit Algen befallene Fassadenoberfläche signalisiert, dass in diesem Bereich der Wasserhaushalt gestört ist. Der Algenbefall ist nicht nur eine optische Beeinträchtigung, sondern kann langfristig auch zu Oberflächenschäden an der Gebäudefassade führen. Dipl.-Ing. Peter J. Binder ist BDSF geprüfter Sachverständiger für Schäden an Gebäuden & Sachverständiger für Immobilienwertermittlung Tel 03329 - 61 55 09 www.gutachter-inter.net zurück zur Übersicht zurück zur STARTSEITE Archiv-Bezeichnung (intern): 2005-06-Algen |
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