| Das Wirtschafts- und Verbrauchermagazin |
März 2005
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Evidenz in der Medizin
Nachweisliche Wirksamkeit ärztlichen Handelns oder bloß eine Frage der Auslegung? Teil II EBM in der täglichen Praxis. Liebe Leserinnen und Leser, In der letzten Ausgabe haben wir Ihnen das Konzept der Evidenzbasierten Medizin (EBM) vorgestellt. Einfach ausgedrückt, ist EBM der sinnvolle Gebrauch von Wirsamkeitsnachweisen, um Entscheidungen über die individuelle Therapie zu treffen. Ihr Erfolg hängt hauptsächlich von drei wesentlichen Faktoren ab. Erstens, den Bedürfnissen und Wünschen des Patienten, ohne dessen aktive Mitarbeit keine Therapie ihr volle Wirkung enfalten kann. Zweitens von der klinischen Erfahrung des Arztes und drittens den zur Verfügung stehenden Studienergebnissen für eine betimmte Therapie.
Evidenzbasiert heißt also gerade nicht, dass alle Patienten einfach das jeweils neueste Präparat des Monats verordnet bekommen sollten. Im Gegenteil: Die moderne EBM stellt den Patient in den Mittelpunkt, der letztlich die Entscheidung fällt, welche Therapieform er wählt. Entscheidet sich der Patient für eine laut Studienlage minderwirksame Therapie, ist es Aufgabe des Arztes, nicht seinem Patienten etwas enzureden, sondern zu erklären, wie sich die Unterschiede erfahrungsgemäß niederschlagen. Dann kann der Patient immer noch entscheiden, was er will. So wird das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient durch den Dialog gestärkt und nicht durch unterschiedliche Auffassungen belastet. Neben den Wünschen des Patienten hängt die Therapieform von der Erfahrung des Arztes ab. Alle Ärzte sind unterschiedlich, jeder hat auf seinem Werdegang unterschiedliche Fertigkeiten erlangt. Praktische Erfahrung hilft, Krankheitsbilder frühzeitig zu erkennen, Symptome richtig zuzuordnen und Krankheitsverläufe im Zusammenhang mit dem Allgemeinzustand eines Menschen zu beurteilen, um sich realistische Therapieziele zu setzen. Sie sehen bei zwanzigjährigen Patienten meist anders aus als bei neunzigjährigen. Auch das Wissen, um die Studienlage in einzelnen Teilgebieten der Medizin hängt vom Werdegang des Mediziners ab. Viele Studienergebnisse der komplementären Medizin finden keine Platz in der Literatur der wissenschaftlich begründeteten Medizin. Umgekehrt sind Ärzte, die komplementäre Heilmethoden praktizieren, nicht immer über die Erkenntnisse der Schulmedizin auf dem Laufenden. Hier hilft eine einfache Frage dem Patienten oft weiter: "Können Sie mir etwas über die Therapie zu lesen geben, damit ich mich zu Hause darüber zusätzlich informieren kann?" Der evidenzbasierte Mediziner wird Ihnen dabei gern weiterhelfen, denn er freut sich über Patienten, die aktiv an ihrer Therapie mitarbeiten. Noch Fragen? Schreiben Sie uns doch einmal ihre Meinung zum Thema unter www.partner-fuer-gesundheit.com oder an unsere Postadresse: Praxisteam Partner für Gesundheit Dr. med. Jörg-Peter Pinnow Ärztehaus am Rathausmarkt Förster-Funke-Allee 104 14532 Kleinmachnow (Tel.: 033203/865 75) zurück zur Übersicht zurück zur STARTSEITE Archiv-Bezeichnung (intern): 2005-03-EvidenzII |
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