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Das Wirtschafts- und Verbrauchermagazin
August 2004
Salutogenese - wie entsteht Gesundheit? Teil I

Nachdem wir Ihnen auf unserer Reise durch die unterschiedlichen Gebiete der Medizin in der letzten Ausgabe von "markt regional" in die Traditionelle Chinesische Medizin eingeführt haben, möchten wir Ihnen in dieser und der nächsten Ausgabe von "markt regional" die Gesundheitsförderung vorstellen, insbesondere das Konzept der Salutogenese.

Der Begriff "Salutogenese" wurde als Gegenstück zur Jahrhunderte alten "Pathogenese" geprägt. Während die Pathogenese den Weg beschreibt, wie Krankheit entsteht, stellt sich die Salutogenese die Frage, wie Gesundheit entsteht.

Haben sie sich schon einmal gefragt, was Gesundheit für Sie bedeutet?
Ist Gesundheit das Fehlen von Symptomen oder von "schlechten Blutwerten"? Ist gesund wer sich gesund fühlt? Ist es das in der Gesellschaft integriert sein, das Gesundheit ausmacht?
Wie relativ Gesundheit ist, demonstrieren folgende zwei Patientengeschichten aus meiner Praxis:

Herr K. ist 45 Jahre alt und hat eine Firma mit 10 Angestellten. Die Firma hat wirtschaftliche Probleme und Herr K. arbeitet sehr viel und hart, um das Überleben der Firma zu sichern. Auch die Ehe von Herrn K. leidet sehr unter der Situation, und Herr K. berichtet, dass seine Frau das alles nicht mehr lange mitmacht. Er klagt über gelegentliche Schlafstörungen und ein Druckgefühl in der Brust. Die körperliche Untersuchung bringt keinen Hinweis auf eine körperliche Erkrankung auch das EKG und das Blutbild sind völlig in Ordnung.
Die zweite Patientin, die ich Ihnen vorstellen möchte, ist Frau M. Sie ist auch 45 Jahre alt und seit 20 Jahren insulinabhängige Diabetikerin. Frau M. ist glücklich verheiratet, hat 1 Kind und arbeitet halbtags. In Ihrer Arbeit fühlt sie sich zwar gefordert, sie bereitet ihr aber große Freude. In Ihrer Freizeit unternimmt Frau M. sehr viel mit Freunden, sie treibt Sport, und engagiert sich auch gemeinsam mit Ihrem Gatten bei der Freiwilligen Feuerwehr. Frau M. kommt mit Ihrer Zuckerkrankheit sehr gut zu recht, sie weiß genau wie sie sich ernähren muss, und wann sie wie viel Insulin spritzen muss. Ihre Familie unterstützt sie dabei, und das gemeinsame Bewältigen der Erkrankung von Frau M. gehört bei den M's zum ganz normalen Alltag.
Diese beiden Beispiele verdeutlichen, dass Krankheit und Gesundheit zwar zwei Enden eines Kontinuums sind, sich aber trotzdem nicht ausschließen. Jeder kranke Mensch hat auch noch Gesundheit in sich, und ein vermeintlich Gesunder ist möglicherweise bereits am Ende seiner Kräfte. Gesundheit ist hier kein Zustand, sondern ein Prozess, eine Ressource. Eine erkrankte Person kann sich immer noch wohl fühlen, und umgekehrt.
Vor dem Hintergrund das Krankheit etwas sehr Relatives ist, stellte sich Aaron Antonovsky die Frage, welche Eigenschaften Personen gemeinsam haben, die trotz schwierigster Lebensumstände immer wieder einen Weg gefunden haben, mit dem sie zurecht kamen und gesund blieben.
Er beobachtete dabei 3 wesentliche Gemeinsamkeiten:
1.) Die Fähigkeit, das man die Zusammenhänge des Lebens versteht.
2.) Die Überzeugung, dass man das eigene Leben gestalten kann.
3.) Der Glaube, dass das Leben (bzw. das, was man tut) einen Sinn hat.
Wie man Antonovsky's Erkenntnisse für Ihre Gesundheit nutzen kann und welche Rolle die Salutogenese in einer integrierten Versorgung spielt, können Sie in der nächsten Ausgabe von "markt regional" erfahren.
Ihr Praxisteam-Partner-für-Gesundheit, Jörg-Peter Pinnow







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Archiv-Bezeichnung (intern): 2004-08-SalutogeneseI




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