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| Das Wirtschafts- und Verbrauchermagazin |
Oktober 2005
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Stadt Teltow will Deutsche Bahn an den Tisch holen
Auf großes Interesse stieß die Informationsveranstaltung der Lokalen Bürgerinitiative "Lärmschutz Anhalter Bahn". Etwa 140 Teltower Bürger kamen in die Teltower Grundschule II, um zu erfahren, dass ab Mai 2006 insgesamt wohl "alle zweieinhalb Minuten ein Zug" an den betroffenen Wohngebieten vorbeirattern wird – und das bei Tag und Nacht! Vertreter der Deutschen Bahn (DB) waren der Einladung nicht gefolgt. Der anwesende Teltower Bürgermeister Thomas Schmidt sagte der Bürgerinitiative die Unterstützung durch die Stadt zu und beklagte die Abwesenheit der Bahn: "Das ist ein Dilemma", so Schmidt. Die DB hatte sich per EMail für den Abend entschuldigt. "Von der Bahn sind keine Informationen zu bekommen", sagte Dr. Fanter, hinsichtlich einer möglichen Frequentierung der Anhalter- Bahn ab dem 28. Mai 2006. Die DB hatte offiziell nur die Anzahl der Züge bekannt gegeben, die seit Planfeststellungsbeschluss von 1996 geplant sind, also etwa 218 Züge pro Tag. Es fehlen weiterhin konkrete Zahlen, die eine Umleitung der Dresdener Bahn (voraussichtlich bis in das Jahr 2012), den Shuttle zum geplanten Flughafen Berlin-Brandenburg und auch die S-Bahnzüge mit einbeziehen - denn das zusammen genommen ergibt ja die tatsächliche Lärmbelastung für die Anwohner. Es besteht also die Annahme, dass doppelt so viele Züge über die Anhalter-Bahn geschickt werden und, dass die Wohngebiete Sigridshorst und Seehof zusätzlich noch 130 S-Bahnzüge zu verkraften haben. Die DB hatte im Planfeststellungsbeschluss bestimmt, bei der Anhalter-Bahn handele es sich um eine "Wiederinbetriebnahme" der Strecke. Dadurch fühlt sich die Bahn von der Pflicht entbunden, für weitere Lärmschutzmaßnahmen zu sorgen. Aus dem Publikum kamen die unterschiedlichsten Vorschläge, wie dagegen vorzugehen sei. Die Argumentation umfasste die Anregungen, den Planfeststellungsbeschluss als "nichtig" zu erklären, oder ihn zumindest überprüfen zu lassen. Von mehreren Bürgern wurde vorgeschlagen, das Teltower Problem in das Bewusstsein der Politik zu rücken – auf Landes- und Bundesebene. Als Alternativen zum Rechtsstreit mit zuder Bahn wurden das Bemühen um EU-Fördermittel für entsprechende Maßnahmen genannt, einige Anwesende waren sogar bereit, selbst Lärm schützende Erdwälle aufzuschütten. Die Möglichkeiten rechtlicher Schritte gegen die DB müssten in der Stadtverordnetenversammlung geprüft werden, schlug Bürgermeister Schmidt vor. Die Stadt, die momentan auf den in Auftrag gegeben Emissionsbericht wartet, habe von der Bahn bisher keine aktualisierten Zahlen für den kommenden Verkehr auf der Anhalter- Bahn erhalten. "Aber die offiziellen Zahlen der DB sind eine Sache", so Schmidt, "es gibt hier offenen Punkte und einen entsprechenden Gesprächsbedarf". Der Bürgermeister will nun gemeinsam mit der Bürgerinitiative "die Behörden an den Tisch holen". Eine öffentliche Veranstaltung mit Vertretern der DB, des Eisenbahnbundesamtes und des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz Brandenburg wird für Anfang November organisiert. Den genauen Termin entnehmen Sie bitte der Tagespresse. Die ersten Züge sind übrigens schon ab 27. Oktober zu erwarten. Karsten Sawalski zurück zur Übersicht zurück zur STARTSEITE Archiv-Bezeichnung (intern): 2005-10-Bahn |
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