Stahnsdorf   Teltow   Kleinmachnow  
Das Wirtschafts- und Verbrauchermagazin
August 2005
Wasser ist nicht nur zum Waschen da.
Der Forschungsstandort Teltow-Seehof bleibt erhalten
Die 1878 gegründete "Aktiengesellschaft Charlottenburger Wasserwerke" versorgte zunächst die heute zu Berlin gehörenden südwestlichen Stadtgebiete, etwas später aber auch die kleineren Nachbarorte. 1899 ging Teltow ans Netz, 1904 Stahnsdorf und 1906 Kleinmachnow. 1925 entstanden die "Teltower Kreiswasserwerke GmbH", die 1949 in das kommunale Wirtschaftsunternehmen des Kreises Teltow (KWU) eingegliedert wurden. 1961 hatte man die Verbindung zu den Charlottenburger Wasserwerken von DDR-Seite aus gekappt, um - so die offizielle Begründung - eine Vergiftung der Bevölkerung durch den Klassenfeind zu verhindern. Die Versorgung erfolgte zunächst über einen Notbrunnen. Wegen des veralteten Leitungssystems und des niedrigen Wasserpreises kam es besonders in den Sommermonaten zu einem erheblichen Druckabfall. Oft musste ein Sprengverbot angeordnet werden. Daran konnte auch die Inbetriebnahme eines regulären Wasserwerkes in Teltow im Jahr 1973 und ein Jahr später in Kleinmachnow nicht viel ändern. Die drei regionalen Großbetriebe verfügten über eine eigene Wasserversorgung.
Die Bemessung des Preises nach den tatsächlichen Kosten im Zuge der deutschen Einheit führte zu einem erheblichen Rückgang des Verbrauchs. Umfangreiche Investitionen ermöglichten den weitgehenden Anschluss der Haushalte an das öffentliche Trink- und Abwassernetz. 1992 entstanden die Wasser- und Abwasserzweckverbände (WAZV) "Der Teltow" und "Mittelgraben". Ein Jahr später erfolgte die Gründung der "Mittelmärkischen Wasser- und Abwasser GmbH" zur Gewährleistung der Interessen der Zweckverbände. Das Klärwerk Stahnsdorf gehört weiterhin zu den Berliner Wasserbetrieben (BWB).

Standort Ruhlsdorfer Straße in Teltow

Das Kleinmachnower Wasserwerk liefert täglich bis zu 4000 Kubikmeter Trinkwasser für Kleinmachnow, Stahnsdorf und Nudow. Zwei Reinwasserbehälter können 1000 Kubikmeter speichern. Mit der Inbetriebnahme des neuen Behälters Ende November verdoppelt sich diese Menge. Das Teltower Wasserwerk verfügt über eine Tageskapazität von 15.000 Kubikmetern. Der Verbund beider Wasserwerke ermöglicht ein schnelles Reagieren auf eventuelle Störungen. Green-Park Stahnsdorf und die Hakeburg Kleinmachnow sind auch heute noch Selbstversorger.
Wie steht es um den Einfluss des Teltowkanals? Als Abwasservorfluter ist dieser Wasserweg vor allem durch Stickstoffverbindungen und Phosphat belastet.
Vor einigen Jahren wurden erhöhte Konzentrationen des DDT-Abbauproduktes Bis(chlorphenyl)-essigsäure (DDA) im Teltowkanal nachgewiesen. Aus vier belasteten Brunnen des Wasserwerks Johannisthal in unmittelbarer Nähe des Kanals wird seit der Wende kein Wasser mehr ins öffentliche Netz eingespeist. Die Schadstoffbelastung wurde zwischen 1943 und 1986 von einem Industriewerk im Südosten Berlins verursacht.
Mit über einem Kilometer Entfernung liegen die Tiefbrunnen der beiden örtlichen Wasserwerke weit genug vom Teltowkanal entfernt, um nicht beeinträchtigt zu werden. Durch ständige Überwachung wird eine einwandfreie Wasserqualität gewährleistet. Das Wasser wird mechanisch vorbehandelt, lediglich Eisen und Mangan herausgefiltert und Sauerstoff zugesetzt. Es kann bedenkenlos getrunken werden.
H. Weiß







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Archiv-Bezeichnung (intern): 2005-08-Wasser




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