|
|
|
| Das Wirtschafts- und Verbrauchermagazin |
August 2005
|
|
Anhalter Bahn: Züge bis zur Vollauslastung
Schallschutz für Musikerviertel nicht geplant In einem Jahr soll die Anhalter Bahn in Betrieb gehen. Der Bundestagsabgeordnete Hellmut Königshaus befürchtet, dass die Strecke voll ausgelastet wird und klagt gegen die Deutsche Bahn AG. Für die Stadt Teltow wird ein Lärmminderungsplan erarbeitet, der nun auch die Anhalter Bahn mit einschließt. Der Bundestagsabgeordnete Hellmut Königshaus rechnet mit dem Schlimmsten: "Das wäre die Vollauslastung!". Der Abgeordnete klagt weiterhin gegen die Deutsche Bahn, weil im Zusammenhang mit der zu erwartenden Frequentierung der Anhalter Bahn vor dem Bundesverwaltungsgericht falsche Angaben gemacht worden seien – "das stört mich", so Königshaus. Auf die Anwohner der Trasse kämen unruhige Zeiten zu, meint er, denn die Umleitung der Dresdener Bahn bis voraussichtlich ins Jahr 2012 und die Veränderung des ursprünglichen "Pilzkonzeptes" für die "Drehscheibe" Berlin mit einer Schwerpunktausrichtung des Bahnverkehrs auf die Nord-Süd-Achse, soll den Zugverkehr auf der Anhalter Bahn bis zur Vollauslastung rattern lassen. Königshaus nimmt an, dass bisher schon mit 218 Fernbahnen am Tag gerechnet würde, dazu kämen 324 Züge täglich, die der Abgeordnete für die Dresdener Bahn und den Shuttle zum Flughafen annimmt. Über ein Drittel der Fern- und Regionalverkehrszüge will die Deutsche Bahn laut neuem Konzept ab 2006 durch den Tiergartentunnel fahren lassen - Königshaus rechnet vorsichtig mit 24 täglichen ICE-Zügen, die ebenfalls über die Anhalter Bahn kämen. Ab 2006 sollen täglich 164 Fernzüge am neuen Berliner Hauptbahnhof (Lehrter Bahnhof) Halt machen. Die Deutsche Bahn prognostiziert einen Fahrgastzuwachs von 2006 bis 2010 um sechs Millionen. "Die Anhalter Bahn wird nach Inbetriebnahme eine der meistbelasteten Strecken in Deutschland sein", warnt Königshaus auf seiner Internetseite. Was da an Lärmbelästigung auf die Teltower Anwohner im Musikerviertel zukommt, bleibt noch ohne konkrete Zahlen. "Wir haben festzustellen, in welchem Maße Lärmimmissionen bestehen, dazu gehört auch die Bahn", sagt Rainer Schneewolf, von "Kommunal Data". Die Gesellschaft für angewandte Stadt- und Strukturforschung hatte einen Lärmminderungs- und Luftreinhalteplan für die Stadt erarbeitet und zunächst den Teltower Straßenverkehr untersucht. Für die Bewegungen von S- und Fernbahnen sammle die "Kommunal Data" zur Zeit alle verfügbaren Daten. Die Umleitung der Dresdener Bahn und das neue Bahn-Konzept für Berlin, seien ihm bekannt, sagt Schneewolf auf Nachfrage von "markt-regional". Wie hoch die für die Berechnung zugrunde liegende Frequentierung dann sei, könne er aber nicht sagen. Auch nicht, wie viele Züge denn höchstens auf einer Strecke fahren dürften. "Die Rahmenbedingungen sind derart unterschiedlich, dass man keine Richtzahl nennen kann", so Schneewolf. Die "Kommunal Data" arbeite dabei mit Immissionswerten (gemessen in Dezibel), die nicht an der Verursacher-Quelle von Interesse sind, sondern dort, wo sie die Anwohner beeinträchtigen. Die unterschiedlichsten Faktoren, wie Beschaffenheit der Gleise, ob die Trasse auf einem Damm oder in so genannter "Troglage" verlegt wurde und auch die Frequentierung von Güter- oder Personenzügen, müssen dabei berücksichtigt werden. Das Untersuchungs-Ergebnis der "Kommunal-Data" soll im September der Stadt Teltow übergeben und dann in die entsprechenden Ausschüsse weiter geleitet werden. Spätestens dann erfahren die Anwohner, mit welchen Daten gerechnet wurde und ob ein Schallschutz nötig wird. Karsten Sawalski zurück zur Übersicht zurück zur STARTSEITE Archiv-Bezeichnung (intern): 2005-08-Bahn |
|
|
|