Stahnsdorf   Teltow   Kleinmachnow  
Das Wirtschafts- und Verbrauchermagazin
Juni 2005
70 Jahre Institut - Seehof
Der Forschungsstandort Teltow-Seehof bleibt erhalten
1921 wurde in dem nordöstlichen Stadtteil Teltows das "Institut Seehof" gegründet. Bis 1945 galten die Forschungen der Viskosekunstseiden- und Garnherstellung sowie den Möglichkeiten zur Nutzung von Zellulose für Chemiefasern. Praktische Umsetzung fanden die Forschungsergebnisse u.a. in der Spinnstoff-Fabrik Zehlendorf auf der anderen Seite des Teltowkanals.
1950 wurde das Grundstück der Glanzstoff AG beschlagnahmt und der Deutschen Akademie der Wissenschaften (DAW) als Treuhänder unterstellt. Die offizielle Gründung des Instituts für Faserforschung erfolgte bereits 1949. Als erster Direktor leitete Prof. Dr. Erich Correns - ein international anerkannter Spezialist für Zellulosechemie - die Forschungsstätte bis 1961.



Zu den bereits verwendeten Rohstoffen Zellulose und Polyamiden wurde auch der Einsatz von Polyester, Polyacrylnitril und anderen Materialien erforscht. Das in der DDR durch Polymerisation von Caprolactam zu Polyamid 6 erzeugte Kunstfaserprodukt erhielt 1959 den Handelsnamen Dederon, da das 1938 entwickelte Perlon seit 1952 in der Bundesrepublik patentrechtlich geschützt war.
Die Umbenennung in "Institut für Polymerenchemie" der DAW erfolgte zum 1.1.1972 auf Grund einer Profilerweiterung des IFF auf Gebiete über die Faserforschung hinaus.
Zu diesen neuen Themenfeldern gehörten Membranen für die Stofftrennung in Medizin und Industrie.
Der Herbst 1989 führte auch am Institut zu erheblichen Veränderungen. Von der Belegschaft wurde ein Wissenschaftlicher Rat gewählt. Dieser sprach der Institutsleitung sein Misstrauen aus. Auf Empfehlung des Rates an die Akademie wurde Prof. Philipp, der dem Institut bereits von 1969 bis 1985 als Direktor vorstand und den man aus politischen Gründen nicht wieder berufen hatte, erneut mit der Leitung der Forschungseinrichtung beauftragt.
Zu den Forschungsschwerpunkten dieser Zeit gehörten die Chemie und Physik der Zellulose und der Polyelektrolyte, kolloidchemisch ausgerichtete Untersuchungen der Emulsionspolymerisation von Vinylverbindungen, Bildung, Struktur und Applikation von Membranen und dünnen Polymerenschichten, Probleme der Adhäsion an und mit neuen Polymeren. Ende 1991 stellte das Institut seine Tätigkeit ein. Die wissenschaftlichen Arbeiten wurden durch das Institut für Angewandte Polymerenforschung der Fraunhofer-Gesellschaft, eine Außenstelle des Forschungszentrums Geesthacht und eine Arbeitsgruppe des Fraunhofer-Institutes für Angewandte Materialforschung in Bremen vor Ort weitergeführt.
Ein Teil der Forschung wurde auch durch das Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung der Max-Planck-Gesellschaft fortgeführt. Durch dessen Umzug in einen Neubau im Wissenschaftspark Golm wurde die Ansiedlung weiterer Forschungseinrichtungen auf dem Gelände in Teltow-Seehof ermöglicht.
Die Zukunft der Forschung in Seehof hängt also nicht nur am kunstseidenen Faden.
H. Weiß







zurück zur Übersicht  
zurück zur STARTSEITE  
























Archiv-Bezeichnung (intern): 2005-06-Seehof




© 2003-2004 info-serv Werbeagentur Teltow, Inh. Uwe Valentin | realisiert von Websites for Winners, Teltow, Inh. Detlef Mai | Impressum/Disclaimer