Stahnsdorf   Teltow   Kleinmachnow  
Das Wirtschafts- und Verbrauchermagazin
Mai 2005
Das Halbleiterwerk Stahnsdorf
Erfolgreiche Umwandlung des einstigen Großbetriebes in einen Gewerbepark
Vergangenheit bewahren, Gegenwart erleben, Zukunft gestalten ...

Ausstellung zu 100 Jahren Industriegeschichte am Teltowkanal in der ehemaligen Gemeindeverwaltung Kleinmachnow, Meiereifeld 35, geöffnet: sonntags 14.00-18.00 Uhr und nach Vereinbarung.



1960 wurde im "Werk für Elektronische Bauelemente Teltow" das Institut für Halbleitertechnik gegründet. Etwas später erfolgte die Umsiedlung an den südlichen Rand Stahnsdorfs. Als Betriebsteil des Halbleiterwerkes Frankfurt an der Oder bestand die Aufgabe des "IHT" in der Entwicklung von ersten Dioden und Transistoren für die Rundfunkindustrie sowie von Verfahren und Ausrüstungen zu deren Herstellung. Produziert wurden diese Erzeugnisse zunächst in den bereits bestehenden Betrieben, dem Hauptwerk in Frankfurt, dem Werk für Fernsehelektronik Berlin und dem Funkwerk Erfurt.

Ausstellungsobjekte: Hochleistungswiderstände, Dioden und Kristalle

Ab 1964 produzierte das aus dem Institut hervorgegangene "Gleichrichterwerk Stahnsdorf" (GWS) Dioden und Thyristoren für Stromstärken von einem bis zu 250 Ampere, die in der Unterhaltungselektronik, in der elektronischen Datenverarbeitung, in Elektrolyseanlagen, Schweißgeräten und im Bahnverkehr eingesetzt wurden.

Von 1978 an trug der Betrieb den Namen VEB Mikroelektronik "Karl Liebknecht" und war dem Kombinat Mikroelektronik Erfurt zugeordnet. Als spezielle Aufgabe ist die Entwicklung und Produktion von Hochspannungstransistoren für den Einsatz in Fernsehgeräten und integrierten leistungselektronischen Bauelementen (Module) für drehzahlabhängige Motorsteuerungen zu nennen.

Bis 1990 waren hier etwa 3.000 Beschäftigte tätig. 300 Lehrlinge befanden sich in der Ausbildung.
Doch dann waren die hier produzierten Halbleiterbauelemente kaum noch gefragt. "Aber irgendwie muss es weitergehen" - sagte sich Betriebsdirektor Helmut Kappelhoff und so erfolgte zum Jahresende die Umwandlung in die LESAG Stahnsdorf (Leistungselektronik AG) und die Ausgründung von zwölf GmbHs.

1992 kam es zur Liquidation der LESAG und zum Verkauf des 28 Hektar großen Geländes an die frisch gegründete GREEN PARK AG Stahnsdorf, die sich gegenüber der Treuhand zum Erhalt der 300 noch vorhandenen und zur Schaffung weiterer 500 Arbeitsplätze innerhalb von fünf Jahren verpflichtete.

Das Gewerbepark-Konzept war erfolgreich. Die vorhandenen Gebäude blieben weitgehend erhalten, wurden saniert oder umgebaut, wie die große Produktionshalle in der Nähe des Eingangsbereiches. 1995 eröffnete hier ein OBI-Baumarkt. Im darauf folgenden Jahr zogen McMöbel (bis 2003) und ein Bowling-Center in die beiden oberen Etagen.
Zur Zeit sind in den über 70 Betrieben, hauptsächlich Handwerksbetriebe und mittelständische Firmen aus der Region, etwa 1.200 Personen tätig.
Dazu gehören auch die Aktiv Sensor GmbH und SeCos Halbleitertechnologie GmbH, die auf dem technologischen Fundament des einstigen Großbetriebes aufbauten.
H. Weiß







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Archiv-Bezeichnung (intern): 2005-05-Halbleiterwerk




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