|
|
|
| Das Wirtschafts- und Verbrauchermagazin |
Mai 2005
|
|
Anhalter Bahn:
Keine weiteren Schallschutzmaßnahmen entlang der Bahnstraße In einem Jahr soll die Anhalter Bahn wieder in Betrieb gehen. Die einst im Kalten Krieg gekappte Trasse wird aber nicht nur Leipzig und Halle mit Berlin verbinden, sondern für eine Übergangszeit auch die Züge der Dresdner Bahn mit aufnehmen. Auf die Anwohner an der Mahlower Straße könnte weit mehr Lärm zukommen als erwartet. ![]() "Südlich der Mahlower Straße sind keine Schallschutzmaßnahmen vorgesehen. Die dort errechneten Lärmpegel liegen innerhalb der Grenzwerte", lautet die Antwort des Regionalbüros Kommunikation der Deutschen Bahn in Berlin auf Anfrage von "markt-regional". Die Strecke soll aber "im Regelfall nur von Reisezügen benutzt" werden. Die Wiedererrichtung der Anhalter Bahn ist Teil des so genannten "Pilz-Konzeptes", mit dem die Deutsche Bahn (DB), die Hauptstadt zur "Eisenbahn-Drehscheibe" machen will. Dabei werden Hut und Krempe des Pilzes vom nördlichen Teil des Eisenbahnringes gebildet, während die von Süden kommende Anhalter- und die Dresdener Bahn, die sich am S-Bahnhof Priesterweg treffen und dann gemeinsam in den Bahnhof Papestraße münden, den Stil des "Pilzes" bilden. Der Bundestagsabgeordnete Hellmut Königshaus hatte im März Strafanzeige gegen die Verantwortlichen der Deutschen Bahn AG, des Eisenbahnbundesamtes und gegen das Bundesverkehrsministerium erstattet, mit dem Vorwurf, die Behörden hätten wissentlich falsche Angaben gemacht, um der Bahn teure Lärmschutzmaßnahmen zu ersparen. Königshaus ging es dabei vornehmlich um die Teilstrecke zwischen Lichterfelde Ost und der Berliner Stadtgrenze. Forderungen nach Lärmschutz hatte das Eisenbahnbundesamt mit der Begründung abgelehnt, es handele sich nicht um einen Neubau der Stecke, sondern um eine Wiederinbetriebnahme. Das Planstellungsverfahren zur Dresdner- und Anhalter-Bahn sehe ein geringes Verkehrsaufkommen vor, das einen relevanten Schwellenwert nicht um 3 dB (Dezibel) übersteigen würde. Dies wäre allerdings der Fall, so Königshaus, wenn die Züge der Dresdener Bahn, deren Wiederherstellung noch im Planfeststellungsverfahren feststeckt, zusätzlich über Anhalter Bahn geführt würden. Das Bundesverkehrsministerium geht davon aus, dass die Dresdner Bahn nicht vor 2012 in Betrieb gehen kann. Die "Dresdener Züge" würden ab Mai 2006 über die "Kurve Anhalter Bahn" zum Hauptbahnhof gelenkt. Im brandenburgischen Abschnitt dürfen sie, laut DB-Regionalbüro Berlin, bis zu 200 Stundenkilometer schnell fahren. In welcher Frequenz, also mit wie vielen Zügen täglich zu rechnen ist, darüber gibt es von der DB auf Anfrage von "markt-regional" nur eine vage Antwort: "Das im Planstellungsbeschluss enthaltene Betriebsprogramm (Anzahl der Züge) wird eingehalten". Die Bundesregierung hatte sich dazu, in einer Fragestunde im November 2004, deutlicher geäußert: Der für die Dresdener Strecke zu erwartende Verkehr werde "bis an die Grenze zur Vollauslastung" auf die Anhalter Bahn abgewickelt, hieß es. Karsten Sawalski zurück zur Übersicht zurück zur STARTSEITE Archiv-Bezeichnung (intern): 2005-05-AnhalterBahn |
|
|
|