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Das Wirtschafts- und Verbrauchermagazin
März 2005
Kein Wachstumskern?
Wirtschaftsregion Teltow, Kleinmachnow, Stahnsdorf...
Ministerpräsident Matthias Platzeck hat die Debatten um die Förderpolitik in Brandenburg neu angestoßen: Gefördert werden soll nur noch dort, wo es Erfolg verspricht. Auf einer Liste des brandenburgischen Wirtschaftsministeriums fehlt die Region Teltow als "Wachstumskern".
Der RGV sprach mit Ulrich Dietzsch, Geschäftsführer des Technologiezentrums Teltow, über die Zukunftschancen der hiesigen Gründerzentren und Gewerbeparks.

Uwe Valentin (RGV e.V.) im Gespräch mit Dr.-Ing. Ulrich Dietzsch, GF Technologiezentrum Teltow GmbH


Wie beurteilen Sie die Liste des Wirtschaftsministeriums?
Das ist noch keine endgültige Aussage, solche Konzepte werden zunächst von den Verwaltungen gemacht, um erstmal etwas vorweisen zu können.
Auch die Verlautbarung, die einzelne Branchen als förderwürdig aufrechterhält, kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Denn das Konzept muss doch heute lauten: Ich fördere alles, was Arbeitsplätze schafft, egal um welche Branche es sich dabei handelt.
Ich verstehe auch nicht, warum die Region Teltow kein Förderschwerpunkt sein soll. Teltow war schon immer ein wirtschaftlicher Schwerpunkt in der Peripherie Berlins und wird das natürlich auch bleiben, aber für den Aufbau neuer Unternehmen brauchen die Gründer weiter staatliche Förderung.
Müssen sich die hiesigen Technologie- und Gewerbezentren mehr auf Schwerpunkte ausrichten, um von Investoren wahrgenommen zu werden?
Im Technologiezentrum Teltow haben wir mit der Informationstechnologie angefangen, dann kamen Mitte der 90er Jahre die Medizin- und Biotechnologie hinzu - also nicht nur bei uns im Haus, sondern in der Region. Bei der Ansiedlung bestimmter Branchen leben wir natürlich auch von dem Standort Berlin und seiner Entwicklung. Entscheidend ist auch die räumliche Nähe von Hochschule und Gründerzentren. Insofern darf man die so genannte "Profilierung" eines Zentrums nicht zu eng eingrenzen. Wie könnte sich denn das Technologiezentrum Teltow nach außen hin profilieren?
Wir müssen uns von der Vorstellung abwenden, dass wir uns nur in eine Richtung bewegen dürfen. Das wird zwar von der Politik so herein getragen, aber für mich gilt, dass ich erst einmal mit jedem Interessenten rede, der sich bei uns ansiedeln möchte.
Schließlich ist unser Technologiezentrum ein Spiegelbild der regionalen Vielfalt. Wer hier ansässig wird, das regelt sich natürlich auch durch die Ausstattung der Gebäude. Wenn diese ausschließlich Labortechnik enthalten, wird das keinen Elektroniker anlocken.
Im Biotechnologiepark Luckenwalde zum Beispiel versucht man seit einigen Jahren, sich auf eine Branche zu spezialisieren. Es ist zu hoffen, dass sich dort dann tatsächlich Firmen auch langfristig ansiedeln.
Wie sieht es mit der Kooperation zwischen den Gründerzentren und Gewerbeparks in Teltow, Stahnsdorf und Kleinmachnow aus?
Da läuft schon einiges, beispielsweise verweisen wir Interessenten auch an die anderen Anbieter, wenn sie dort besser aufgehoben sind, um sie in der Region zu halten. Aber wir müssen noch mehr versuchen. Um nach außen als Region zu werben, brauchen wir ein gemeinsames Logo, einen Flyer oder ähnliches. Aber da stellt sich immer die Frage: Was kann man sich leisten? Beispielhaft wirbt Paderborn für die gesamte Region. Die haben aber eine florierende Wirtschaft im Hintergrund und Wartelisten für ihre Gründerzentren. Auch die Stadt Potsdam macht viel Werbung für ihre Gewerbestandorte. Da sollte Teltow mehr tun.
Mit dem S-Bahnanschluss gibt es jetzt aber bessere Rahmenbedingungen - oder?
Die S-Bahn spielt bei vielen Interessenten schon eine Rolle. Etwa 30 Prozent der Mitarbeiter im Technologiezentrum kommen aus Berlin. Wie das neue Angebot von denen angenommen wird, muss man abwarten.
Im Zusammenhang mit dem neuen Leitbild des Ministerpräsidenten, muss sich die Region jetzt stark machen und ihre Chancen anmelden. Die Bürgermeister müssen der Landesregierung klarmachen, dass die S-Bahn-Verlängerung nach Stahnsdorf notwendig ist.
Wer soll in Zukunft die aktive Rolle bei der Suche nach Investoren übernehmen, die Zentren oder die Stadt Teltow?
Das können die Anbieter am Standort durchaus selbst tun, aber der Anstoß für gemeinsames Handeln sollte auch von außen, von der Politik, der Verwaltung kommen. Ein Wirtschaftsförderer, der nur zwei Stunden täglich beschäftigt wird, kann das allein nicht leisten - auch wenn er seine Arbeit gut macht.
K. Sawalski/uv







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Archiv-Bezeichnung (intern): 2005-03-Wachstumskern




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