| Das Wirtschafts- und Verbrauchermagazin |
März 2005
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Vom Isolator zum Chip-Widerstand
Das Werk für Elektronische Bauelemente Teltow Vergangenheit bewahren, Gegenwart erleben, Zukunft gestalten ... ...das ist das Motto der aktuellen Ausstellung über 100 Jahre Industriegeschichte am Teltowkanal. Sie wurde am 18. März im Meiereifeld 35, dem ehemaligen Sitz des Gemeindezentrums Kleinmachnow, eröffnet, "markt regional" berichtete. Auf Grund des großen Interesses, haben wir uns entschlossen, die Ausstellung in den kommenden Ausgaben von "markt regional" inhaltlich mit symbolischen Rückblicken in die industrielle Entwicklungsgeschichte unserer Region zu begleiten. In dieser Ausgabe erfahren Sie nebenstehend Interessantes zur traditionellen Entwicklung der Produktion von passiven elektronischen Bauelementen in Teltow.
Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war von bahnbrechenden Erfindungen auf dem Gebiet der Elektrotechnik geprägt. Zur Errichtung von verlustarmen Freileitungen für die Energieversorgung und Schaffung von Telefonverbindungen bedurfte es der Herstellung zuverlässiger Isolatoren. So wurde im Jahre 1904 die Berliner Porzellan Manufaktur Conrad, Schornburg & Co GmbH gegründet, aus der 1906 die Porzellanfabrik Teltow GmbH hervorging. Die Erfindung der Elektronenröhre ermöglichte eine enorme Weiterentwicklung der Nachrichtentechnik, die schließlich zur Ausstrahlung und zum Empfang von Rundfunkprogrammen führte. Dazu wurden auch passive Bauelemente mit unterschiedlichen Widerstandswerten benötigt. Diesen Zweck erfüllten zunächst mit geeignetem Draht umwickelte Keramikzylinder. Eine weitere Möglichkeit war das Aufdampfen von Kohle- und Metallschichten. Diese "drahtlosen Widerstände" gaben der Produktionsstätte von 1932 an ihren Namen: Dralowid - Werk Teltow. Den Krieg, der in Teltow erhebliche Spuren der Verwüstung hinterlassen hatte, überstand das Werk weitgehend unbeschadet. So konnte bald darauf die Produktion wieder aufgenommen werden. An dem Volksaufstand am 17. Juni 1953 hatten sich auch viele Beschäftigte des VEB Dralowid beteiligt. Im gleichen Jahr erhielt die Fabrik den Namen VEB für Bauelemente der Nachrichtentechnik "Carl von Ossietzky" - und wurde im allgemeinen Sprachgebrauch kurz "C.v.O." genannt. Aber auch die Abkürzung "COT" war gebräuchlich. Zunächst basierte die Produktion vor allem auf Handarbeit und war dann in den folgenden Jahren von zunehmender Automatisierung geprägt. Außer Widerständen gehörten auch aus Eisenpulver gepresste Zylinder- und Schalenkerne zum Programm. Es wurden Entstörstecker für Kraftfahrzeuge, in späteren Jahren Hochfrequenzfilter, Chipwiderstände, Graphitschleifringe für die Wartburg-Drehstromlichtmaschine und als bekanntestes Konsumprodukt die praktische Handlampe hergestellt. Die in nostalgischen Holzgehäusen eingebauten Radios und Plattenspieler waren als Devisenbringer hauptsächlich für den Export ins "nichtsozialistische Wirtschaftssystem" (NSW) bestimmt. Das Betriebsgelände vergrößerte sich bis hin zur Warthestraße. Die Betriebsberufsschule und die Lehrwerkstätten wurden als zusammenhängender Gebäudekomplex errichtet. Theorie und Praxis lagen so unmittelbar nebeneinander. Ausgebildet wurde vorwiegend in Elektroberufen. Aber auch Metallverarbeitung und kaufmännische Ausbildung standen auf dem Programm. H. Weiß zurück zur Übersicht zurück zur STARTSEITE Archiv-Bezeichnung (intern): 2005-03-Chip |
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