| Das Wirtschafts- und Verbrauchermagazin |
Februar 2005
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Vergangenheit bewahren - Gegenwart erleben - Zukunft gestalten
Ausstellung zur 100jährigen Geschichte des Industriegebietes am Teltowkanal 1904 begann die Industrialisierung des Ackerbürgerstädtchens Teltow mit der Errichtung der Porzellanfabrik an der Potsdamer Straße, die zunächst hauptsächlich Isolatoren für Freileitungen zur Energieversorgung und zur Schaffung eines flächendeckenden Telefonnetzes herstellte. Im gleichen Jahr entstand eine Papierfabrik in Zehlendorf, aus der 15 Jahre später die Spinnstoff-Fabrik hervorging. 1919 wurde auch das Forschungsinstitut der vereinigten Glanzstoff-Fabriken AG im nahegelegenen Teltower Stadtteil Seehof gegründet. Weitere Betriebe kamen im Laufe der Jahre hinzu. Über 10 000 Menschen waren schließlich Ende der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts allein in den drei Großbetrieben in Teltow und Stahnsdorf im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der Produktion elektronischer Bauelemente beschäftigt. Die mit der deutschen Wiedervereinigung verbundenen Veränderungen bedeuteten auch für diese Region die bislang schwerwiegendste Zäsur. Doch allmählich geht wieder aufwärts. Ausgelöst durch den Abriss des GRW-Verwaltungsgebäudes, entstand bei einem Treffen ehemaliger Mitarbeiter der Geräte- und Reglerwerke und der Siemens Anlagenbau Teltow GmbH entstand im November 2002 die Idee - die historische technische Entwicklung der Region für die Zukunft zu dokumentieren.
Der frühere GRW-Betriebsleiter Lothar Starke übernahm die Aufgabe, zu diesem Zweck Kontakte zu knüpfen und weitere Mitstreiter zu suchen. Gemeinsam mit anderen leitenden Mitarbeitern der ehemaligen Großbetriebe und Forschungsinstitute, dem Vorsitzenden des Kleinmachnower Heimatvereins, dem Geschäftsführer der Gemeinnützigen Beschäftigungsgesellschaft und Repräsentanten jetziger Unternehmen wurde daraufhin der Förderkreis "Industriemuseum der Region Teltow - Stahnsdorf - Kleinmachnow" gegründet, mit dem Ziel, Zeugnisse der Industriegeschichte zu sammeln und diese im Zusammenhang mit einer Aufbereitung der historischen Entwicklung interessierten Besuchern zu präsentieren. Nach einem öffentlichen Aufruf zur Unterstützung beteiligten sich auch viele Bürger der Region an diesem Projekt. Das Vorhaben, eine Ausstellung zum 100. Jahrestag des Beginns der industriellen Entwicklung der Region im Jahre 1904 zu gestalten, war jedoch allein durch diese ehrenamtlichen Aktivitäten nicht zu bewältigen, konnte aber mit Hilfe einer ABM umgesetzt werden. An dieser Maßnahme in der Trägerschaft der Gemeinnützigen Beschäftigungsgesellschaft Teltow waren sechs Beschäftigte für ein halbes Jahr beteiligt. Das letzte Hindernis konnte durch den Umzug der Kleinmachnower Gemeindeverwaltung in das neue Domizil am Adolf-Grimme-Ring ausgeräumt werden. Bürgermeister Wolfgang Blasig, ein begeisterter Anhänger der Idee eines Industriemuseums, bot die freiwerdenden Räume des alten Gemeindeamtes für eine zeitweilige Nutzung an. Innerhalb von vier Wochen wurde das Gebäude hergerichtet und die Ausstellung aufgebaut. Zu den Exponaten gehören nautische Geräte, Regler und Stromzähler, Leistungsdioden, Widerstände, Hochfrequenzfilter und weitere elektronische Bauelemente. Aber auch Konsumgüter wie Radios und Plattenspieler, teilweise im nostalgischen Outfit. Ein Modell stellt den GRW-Hauptbetrieb und die anderen Betriebsteile dar. Die Geschichte des Industriegebietes ist mit der des Teltowkanals, der zeitgleich mit den ersten Betrieben errichtet wurde und für die Entwicklung der Region eine überaus wichtige Funktion hatte, untrennbar verbunden. Die Ausstellung ist daher auch dem 100jährigem Jubiläum dieses Wasserweges gewidmet. Ergänzt werden diese Ausstellungsstücke durch Hinweistafeln mit Fotos und grafischen Darstellungen. Unter dem Motto "die Vergangenheit bewahren - die Gegenwart erleben - die Zukunft gestalten" wollen die Initiatoren keine Nostalgie-Show präsentieren, sondern die regionale Entwicklung darstellen, die Heimatverbundenheit fördern und den Stolz auf die eigene Lebensleistung sowie auf das von den Eltern und Großeltern Geschaffene. H. Weiß Eröffnung: am 18.2.05, 15.30 Uhr. Öffnungszeiten: 19.2. von 10-16 Uhr, dann jew. sonntags 14-18 Uhr, in Kleinmachnow; Meiereifeld 35, Der Eintritt ist kostenlos. zurück zur Übersicht zurück zur STARTSEITE Archiv-Bezeichnung (intern): 2005-02-Vergangenheit |
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