Stahnsdorf   Teltow   Kleinmachnow  
Das Wirtschafts- und Verbrauchermagazin
Mai 2005
Mama, Mama ich muss mal.....

Nun ist er fast fertig, und feierlich eingeweiht, der S-Bahnhof samt Vorplatz der Stadt Teltow. Erfreulicher Weise soll der Bahnhofsvorplatz, Dank dem persönlichen Arrangement und auf Initiative der Stahnsdorfer Bildhauerin Thekla Furch und dem Berliner Maler Lutz Brandt, sogar ein teltowtypisches Kunstwerk erhalten. Natürlich nur, wenn es die Stadtverwaltung nichts kostet. Mit dieser noblen Geste, soll allen Gästen, die "Kulturmetropole Teltow", näher gebracht werden.

An ein "Kunstwerk" der eher schlichteren Art, einer "Öffentlichen Toilette", ist aber scheinbar derzeit nicht gedacht. Jedenfalls hört man nichts davon in den Festtagsreden, geschweige findet man ein solches "Stilles Örtchen". Still ist es mit und um dieses Örtchen aber nicht nur in Teltow. In Stahnsdorf und Kleinmachnow gibt es erst gar keine. Ob nun an der Waldschänke oder am Kleinmachnower Rathausmarkt, überall wird den Landschaftspflegern ins Handwerk gepfuscht und die Bewässerung des Rasens und der Grünanlagen durch blasenschwache Bürger übernommen. Wenn's auch die Werbung verspricht, aber mit "GRANU FINK" alleine wird sich das Problem wohl schwerlich lösen lassen. Da helfen auch die markigen Sprüche der politisch Verantwortlichen nicht viel weiter, wie: "Entscheidend ist, was hinten rauskommt" oder "Jeder muss sein Häufchen beisteuern".
Was aber bleibt dem von Notdurft Geplagten übrig, wenn weit und breit keine passende Einrichtung vorhanden ist? Die Gesetzeslage ist klar. Erwischen lassen wird teuer. Die Anwohner sind auch mit Recht sauer, wenn es in ihrem Umfeld, sozusagen, zum Himmel stinkt. Da ist nicht nur der gute Rat teuer. Dem geneigten Bürger fehlt aber jedes Verständnis dafür, dass bei der Planung von öffentlichen Vorhaben, den menschlichsten Bedürfnissen nicht Rechnung getragen wird. Das Thema ist in Teltow nicht neu. Man denke nur an die Querelen um die Toilette am ehemaligen Marktgelände oder die immer noch fehlenden an der historischen Straßenbahn 96 und im Heimatmuseum. Vom neuen Altstadtmarkt ganz zu schweigen. Irgendwie hat man den Eindruck, dass sich die Politiker mit dieser Sache zu wenig profilieren können. Es fehlt einfach die Medienwirksamkeit.
So eine Toiletteneinweihung gibt natürlich weniger her als die eines Marktplatzes oder eines Bahnhofs.
Wer soll da, zum Beispiel, bei Sekt und Schnittchen das rote Band durchschneiden und wer darf als Erster auf's Klo?

Welcher Häuptling bleibt da ganz cool, wenn die Blaskapelle, während der Eröffnungssitzung, spielt: "Es geht alles vorüber, es geht alles vorbei...." und danach, unter lang anhaltendem Beifall der Ehrengäste, das sonst so "Stille Örtchen", wieder verlässt? Das will alles in Ruhe überlegt sein.

Bis dahin wird uns wohl nichts anderes übrigbleiben, als eine Gaststätte aufzusuchen, ein Bier oder 'ne Limo zu bestellen und rasch nach den Räumen zu suchen, in denen Du das tust, was Du andernorts nicht mehr lassen kannst!
Manfred Ollmert







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Archiv-Bezeichnung (intern): 2005-05-mama




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