| Das Wirtschafts- und Verbrauchermagazin |
November 2004
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In Teltow weiter "Flink oder tot", in Kleinmachnow "Ordnung bringt Geld"
Da war ich doch wohl vor vier Wochen, in der letzten Ausgabe vom "markt regional" zu optimistisch, was die Brückenbaustelle über die S-Bahn in der Mahlower Straße angeht. In Anbetracht der fehlende Fußgängerampel und der damit verbundenen Gefahren, denen die Fußgänger dort ausgesetzt sind, habe ich doch ernstlich gehofft, dass sich dort etwas zum Positiven ändern könnte. Voll daneben. Somit bestätigt sich einmal mehr die in Teltow bewährte Taktik, Kritik einfach zu ignorieren. Manche Probleme muss man nur lange genug liegen lassen, dann erledigen sie sich ganz einfach und von selbst. In Kleinmachnow würde so etwas nicht passieren. Da werden Verkehrsprobleme schnell, konsequent und ohne Rücksicht auf Verluste gelöst. So soll die Ampelkreuzung Th.-Müntzer- Ecke Zehlendorfer Damm bislang einen Unfallschwerpunkt dargestellt haben. Da wurde nicht lange gefackelt und das Linksabbiegen auf die Parkplätze zum Plusmarkt und zum Geschäftskomplex gegenüber verboten. Pech nur für die Geschäfte, denn ein großer Teil der Kundschaft meidet nun den Standort, weil ihnen die Zufahrt zu den Parkplätzen zu kompliziert, zu aufwendig oder auch zu gefährlich geworden sind. Die erforderlichen Abbiege - und Wendemanöver um die Parkplätze doch noch zu erreichen, verschieben natürlich auch die Gefahrenstellen. Dafür gibt es aber den angeblichen Unfallschwerpunkt nun nicht mehr. Die Gefahren verteilen sich jetzt viel besser ins Umfeld und die doch abbiegenden Verkehrssünder werden zur Kasse gebeten. Ordnung bringt Geld, das sogenannte Ordnungsgeld. Das nenne ich eine clevere Lösung, mit der man so ganz nebenbei noch die Haushaltslöcher stopfen kann. Darauf muss man erst einmal kommen. Die Geschäftsleute sprechen von Geschäftsschädigung, die Anwohner der Seitenstraßen von zusätzlichen Belästigungen und alle haben für die grandiose Verwaltungsentscheidung wenig Verständnis. Sicher hätte man unter Einbeziehung aller Beteiligten eine bessere Lösung gefunden. Aber das macht eben etwas Mühe und setzt die im Wahlkampf viel zitierte Bürgernähe voraus. Doch mir kommt es eben immer wieder so vor, als wären alle guten Vorsätze nach der Wahl vergessen. Es bleibt alles wie gewohnt. Treffen Einfalt und deutsche Gründlichkeit zusammen entsteht Bürokratie und wo die Argumente fehlen, kommen meist Verbote heraus. Da kannst halt nix machen. Oder doch? M. Ollmert
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