| Das Wirtschafts- und Verbrauchermagazin |
Oktober 2004
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Flink oder tot
Im nächsten Jahr ist es endlich soweit: "Die S-Bahn fährt wieder bis nach Teltow". Und das ist auch gut so. "Gut Ding will Weile haben" und "Was lange dauert wird gut". Das sind die Sprüche mit denen man als ungeduldiger Bürger meist beruhigt wird, wenn alles mal wieder viel zu lange braucht, um realisiert zu werden. Doch immer klappt das nicht. Besonders dann nicht, wenn es um Dinge geht, die sich kurzfristig ändern müßten, wie auf der Brückenbaustelle in der Teltower Mahlower Straße. Dort wurde mit dem Beginn der Baustelle eine mobile Fußgängerampel installiert. Das war sicher richtig und auch notwendig, denn dieser Weg wäre ohne Ampel für die vielen Anwohner und Schüler sehr gefährlich gewesen. Nun wird auf einer Baustelle, wie es der Name schon sagt, gebaut. Da soll es dann vorkommen, dass sich die ursprünglichen Verhältnisse verändern. Mit der veränderten Verkehrslage für die Fahrzeuge, hätte man nun natürlich auch an die Fußgänger denken müssen. Entweder eine 2. Ampel auf der anderen Brückenseite, oder doch wenigstens das Umsetzen, der jetzt vorhandenen, dort hin. Doch Fehlanzeige. Trotz vielfacher Kritik von Schülern, Anwohnern und selbst Abgeordneten an die Stadtverwaltung, hat sich hier nichts verändert. (Achtung! Es folgt Beamtendeutsch, darf man 2x lesen, sowas fällt einem selber gar nicht ein.) Mit "Verkehrssicherungspflicht" umschreiben die Juristen den allgemeinen Rechtsgedanken, dass derjenige, der im allgemeinen Verkehr eine Gefahrenquelle schafft , die notwendigen Vorkehrungen zum Schutze Dritter vor dieser Gefahr vorzunehmen hat. Diese Pflicht trifft immer den, der über die gefahrträchtige Sache verfügen kann. Bei Straßenbaustellen sind dies in der Regel die Baufirmen und die müssen vom Bauherren notfalls beauflagt werden, wenn sie selber schon nicht darauf kommen. Den Schulkindern wurde statt dessen empfohlen die Strecken über das Mühlendorf und der Ruhlsdorfer Straße zu benutzen, obwohl die Radler dort genauso gefährlich leben. Also weiter "Flink oder tot" , so das Motto der Verwaltung. Doch Vorsicht ! Die Stadt hat jetzt die Lizenz zum Blitzen erhalten und darf dann Temposünder mit einem mobilen Blitzer dingfest machen. In der Mahlower Straße könnte man jedenfalls 'ne Menge Fußgänger erwischen, die angstvoll über die vielbefahrene Straße flitzen. Den Blitzer in der Verwaltung aufzustellen lohnt sich nicht, so schnell ist da keiner. Anmerkung: Sollte sich bis zur Veröffentlichung dieses Beitrages an der Situation vor Ort etwas geändert haben, nehme ich natürlich alles zurück und behaupte das gleiche. M. Ollmert zurück zur Übersicht zurück zur STARTSEITE Archiv-Bezeichnung (intern): 2004-10-flink |
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