| Das Wirtschafts- und Verbrauchermagazin |
Juni 2004
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Alt wie ein Baum, möchte ich werden...
...genau wie der Dichter es beschreibt." Ja, wer möchte das nicht? Die Puhdys haben es ja schließlich auch geschafft. Im Gemeindeamt Kleinmachnow wird dieser Oldie allerdings nicht mehr geträllert. Da singt man lieber Alexandras Song: Mein Freund der Baum ist tot, er starb im frühen Morgenrot. Anlass für die Schlagerparade sind eine Vielzahl von Alteichen, die es innerhalb der Gemeinde Kleinmachnow dankenswerter Weise noch gibt. Die Betonung liegt auf "noch", denn man möchte diesen Naturdenkmalen mit der Kettensäge zu Leibe rücken. Nicht etwa um pflegerische Maßnahmen durchzuführen, sondern um sie zu fällen. Da kommen die Paragrafen des BGB zur Verkehrssicherungspflicht gerade recht, um sich dahinter zu verstecken. So stellten die alten Eichen eine Gefahrenquelle dar, die es zu beseitigen gilt. Wer im Gesetz aber ein wenig weiter liest, erfährt allerdings auch, das man dem Gesetz genüge getan hat, wenn man vor der Gefahr warnt. Man könnte also auch entsprechende Schilder anbringen und die Eichen umfrieden. Das ist sogar kostengünstiger als fällen. Andern Ort's ist man schon weiter. Selbst im kassenleeren Berlin. Da singt man zwar noch: "Im Grunewald, im Grunewald ist Holzauktion...", aber schützt die schönen alten Eichen. Das Lied entstand ja zu der Zeit, als der alte Fritz noch die Eichen nach England für den Schiffsbau verkaufte und ist recht lange her. Dort wurden teilweise die Wege verlegt, um die Bäume einzuzäunen und mit Schrifttafeln zu versehen - übrigens ein Anziehungspunkt nicht nur für ausgesprochene Natur- und Wanderfreunde. Der Deutsche ist ein ordnungsliebender Mensch. Das ist nichts ehrenrühriges, im Gegenteil. Doch stellt sich die Frage: Müssen solche Bäume wirklich gefällt werden? Sind die Vorschriften tatsächlich so eng, dass es gar keine andere Wahl gibt? Selbst wenn es so wäre, müsste man diese Vorgaben eben schnellstens ändern. Es ist ja nicht verboten selbst zu denken und neue Erkenntnisse umzusetzen. In der Gemeinde ist man es gewohnt Weihnachtsbäume zu entsorgen und das klappt eigentlich ganz gut. Aber die pflegerischen Maßnahmen dürfen sich nicht nur auf die Grünpflanzen in den Amtsstuben beschränken. Obwohl mir zu Ohren kam, dass erst kürzlich wieder ein Ficus zu Grabe getragen wurde. War es nun der Mangel an Wasser oder Licht, oder die schlechte Luft? Alles was vom Gummibaum blieb, war ein leerer Topf. Pflanzen können so undankbar sein. Seit dem trällert es aus dem Gemeindeamt:"Mein kleiner grüner Kaktus steht draußen am Balkon, hollari, hollari, hollaro. Was brauch ich rote Rosen, was brauch ich roten Mohn, hollari, hollari, hollaro. Und wenn ein Bösewicht was Ungezogenes spricht, dann hol ich meinen Kaktus und der sticht, sticht, sticht." M. Ollmert zurück zur Übersicht zurück zur STARTSEITE Archiv-Bezeichnung (intern): 2004-06-alt |
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