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| Das Wirtschafts- und Verbrauchermagazin |
September 2005
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Wirtschaft schafft Wachstum
2. Regionale Wirtschaftsschau in Stahnsdorf Die Region Kleinmachnow, Stahnsdorf, Teltow hat alle Eigenschaften, die sie als Wachstumskern braucht, so der allgemeine Tenor auf der 2. Regionalen Wirtschaftsschau. Die Region wächst - mit den Zuzüglern, mit neuen Unternehmen, die sich hier ansiedeln und mit Unternehmen, die hier expandieren und neue Arbeitsplätze schaffen. "Wirtschaft schafft Wachstum" unter diesem Motto hatten der Unternehmerverband Brandenburg e.V. (UV), die Wirtschaftsund Mittelstandsvereinigung der CDU (MIT) und der Regionale Gewerbeverein (RGV) auf das Selgros -Gelände geladen. Mehr als 40 Unternehmen bauten ihre Info-Stände unter dem Dach des Selgros-Parkplatzes auf. Norbert Gölitzer, Bezirksgeschäftsführer vom UV, war mit dem Ergebnis sehr zufrieden: "Der Standort war gut gewählt, die logistische Unterstützung vom Selgros-Markt war hervorragend." Etwa 1500 bis 2000 Besucher kamen zur Schau. Auf dem Ausstellungs-Standort "Selgros- Markt" konnten sich die Aussteller übersichtlich platzieren und so gut miteinander ins Gespräch kommen. Eine dritte Wirtschaftsschau wird es in zwei Jahren geben, kündigte Gölitzer an. Informieren, präsentieren und Kontakte knüpfen, das waren die Zielsetzungen für die Aussteller. Der Kleinmachnower Dirk Brose vertreibt elektronische Bauelemente über das Internet. Dazu braucht er kein Ladengeschäft. Sein Info-Stand wurde trotzdem rege besucht, weil einige potentielle Kunden doch den persönlichen Kontakt bevorzugen. Außerdem suchte Brose eine Partnerschaft mit anderen Firmen, mit denen er sich auf Messen präsentieren könnte. "Ich bin viel auf Messen präsent. Allerdings sind die Standmieten meist nicht sehr preisgünstig. Wenn man sich zusammenschließt, könnte man sich die Kosten teilen", so Brose. Udo Rettmüller, Projektmanager der Technologiezentrum Teltow GmbH: "Für uns ist es wichtig, dass wir unsere Idee nach außen transportieren. Das geschieht über Meditatoren, beispielsweise die Presse, aber auch über die Gesamtschule Stahnsdorf, die hier mit Schülern ein Quiz veranstaltet". Den direkten Kundenkontakt bekommt Rettmüller im Alltag meist über Empfehlungen: "Unsere Klientel, also Unternehmen, die sich hier ansiedeln wollen, kommen meist nicht persönlich bei uns vorbei". Den direkten Kundenkontakt suchte auch die Stahnsdorfer Reinigungsfirma "Clean Up", die interessierte Besucher in ihre Präsentation mit einbezog. "Das funktioniert recht gut", sagte Geschäftsführer Michael Kobe, "durch den stetigen Besucherstrom, bedingt durch den Selgros- Markt, ist ein ständiges Interesse zu spüren". Einen Verbesserungsvorschlag für die nächste Wirtschaftsschau regte Anette Choyna von der Teltower "Gartentechnik Uwe Choyna" an: "Schade, dass die Veranstaltung von der Ruhlsdorfer Straße schlecht einzusehen war. Über Schilder oder Transparente wären sicherlich noch mehr Besucher gekommen". "Die Wirtschaftsschau hat sich etabliert", meinte denn auch Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt während der Podiumsdiskussion, auf der viele relevante Aspekte des wirtschaftlichen Wachsens und des Zusammenwachsens der Region angesprochen wurden. Die Region wächst: Etwa 1500 neue Einwohner ziehen jährlich hier her. "Wir sind eine Wachstumsregion", erzählte der Stahnsdorfer Bauunternehmer Jörg-Hannes Lunze aus eigener Erfahrung, "hier werden jährlich 400 bis 500 neue Wohneinheiten erstellt". Wie aber sieht es mit dem Arbeitsplatzangebot aus? Durch den Abbau der drei DDR-Elektronikkombinate, kurz nach der Wende, verlor die Region etwa 20 000 Arbeitsplätze. Allein der Kleinund Mittelstand habe einen Großteil an Stellen wieder schaffen können, sagte Peter Weiß, von der CDU-Mitttelstandsvereinigung. Aber auch die Großunternehmer gegenüber dem Mittelstand oft regressiver als die privaten". Auch von der Politik wünschte Weiß, Chef der Stahnsdorfer CDU, mehr Unterstützung: "Wenn ein Großunternehmer sich hier ansiedelt, sind die Minister sofort da, bei einem kleinem Unternehmen liest man das noch nicht einmal in der Zeitung". Hinzu gekommen ist eine Konkurrenz, die von der Bundes- Politik geschaffen wurde. "Unsere schwierige Lage ist durch die Einführung von Ein-Euro-Jobs und ICH-AGs nicht einfacher geworden", klagte Friseurmeister Wagner aus Kleinmachnow. In seiner Branche seien die "10-Euro- Friseure" in der letzten Zeit "auf den Markt geschwappt". Wagner begegnet dem Preisdruck mit Kompetenz: "Meine Mitarbeiter werden ständig weitergebildet, bei uns weiß der Kunde, dass er die neueste Mode mit bester Qualität bekommt. Das können ICH-AGs nicht leisten." Dabei versteht Wagner durchaus die Motive der Langzeitarbeitslosen, die sich so aus ihrer Lage befreien wollen. Nur fühlt er sich als Handwerksmeister von der Politik überrumpelt. Auch Bauunternehmer Lunze zeigte Verständnis für diejenigen Arbeitnehmer, die hier (inoffiziell) unter dem brandenburgischen Mindestlohn von 10,01 Euro arbeiten oder für die ICH-AGler, die sich in sein Gewerk drängen Für seinen eigenen Betrieb lehnt er Beschäftigung unter dem Mindestlohn ab und die ICH-AGs "vernichten reguläre Arbeitsplätze, ist er sich sicher. Zur Zeit könne er nicht über mangelnde Aufträge klagen, sagte der Bauunternehmer, der sich fast ausschließlich um private Kunden kümmert. "Die Bedingungen der öffentlichen Auftraggeber kann ich kaum noch erfüllen, wenn sie die Preise enorm drücken und ihre Zahlungsmoral sehr zu wünschen übrig lässt", so Lunze. Die Vergabe-Praxis öffentlicher Aufträge werde sich wohl auch dann nichts ändern, wenn sich die Region zu einem Kommunal- oder Planungsverbund zusammenschließt. "Es wird noch schwieriger für uns", befürchtete der Stahnsdorfer Bauunternehmer, "weil die kommunaleigenen Betriebe noch mehr in die eigenen Hände nehmen werden". "Kommunale Ausschreibungen müssen in kleine Lose geteilt werden, so dass kleine Betriebe sich beteiligen können", forderte denn auch Peter Weiß. Überhaupt zeigten sich viele Unternehmer skeptisch gegenüber dem Vorhaben, als Region noch näher zusammen zu rücken. Eine höhere oder einfachere Wirtschaftsförderung sei auch dann nicht zu erwarten, wenn ein so genannter "Planungsverbund" gegründet werden sollte, kündigte Abteilungsleiter Michael Richter, Bereich Grundsätze der Wirtschafts- und Mittelstandspolitik vom brandenburgischen Wirtschaftsministerium an. Stahnsdorfs Bürgermeister Enser, ein Verfechter der interkommunalen Zusammenarbeit, wollte das so nicht stehen lassen und plädierte erneut für einen Zusammenschluss: "Diese Region muss einfach zusammenfinden". Dazu müsse man die Bürger mitnehmen, meinte Enser, der zum Thema im Oktober eine öffentliche Informations- und Diskussionsrunde organisieren will. Die neue Förderpolitik der Landesplanung setzt die so genannte "Branchenkompetenz" voraus. Da hat Stahnsdorf einiges vorzuweisen: Mit O2 und Vodafone hat die Gemeinde die größten Arbeitgeber und die stärksten Steuerzahler vor Ort. Als kommunale Hauptaufgabe sieht Enser, die Rahmenbedingungen für die Gewerbegebiete zu verbessern. "Wenn die Landesstraßensituation, beispielsweise mit der L77, gediehen ist, dann wird es auch für die Gewerbegebiete besser". Eines hat diese zweite Wirtschaftsschau deutlich gemacht: Die Region und die dort ansässigen Unternehmen sind untrennbar miteinander verbunden. Denn: "Nur wenn die Wirtschaft wächst, entwickelt sich die Region", sagte Norbert Gölitzer. VON KARSTEN SAWALSKI zurück zur Übersicht zurück zur STARTSEITE Archiv-Bezeichnung (intern): 2005-09-Wachstum |
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