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Das Wirtschafts- und Verbrauchermagazin
August 2004
Versorgungszentrum im Innovationsstau
Die Mieter im Teltower Gesundheitszentrum wollen den "Anschluss nicht verpassen"
"Es zieht sich", sagt Günter Kennerknecht. Der Inhaber der gleichnamigen Orthopädie- und Schuhtechnik hat den Eigentümerwechsel des Gesundheitszentrums in Teltow "positiv aufgenommen" und hofft nun darauf, dass die notwendigen Sanierungsmaßnahmen in Angriff genommen werden. "Hier ist lange nichts gemacht worden", ergänzt der Neurologe, Doktor Gerd-Jürgen Fischer, der bereits seit 1979 in dem medizinischen Versorgungszentrum ansässig ist. Trotz des breiten Fachspektrums, dass an der Potsdamer Straße angeboten wird, befürchtet Fischer: "Es haben sich auch andere Ärztehäuser gegründet und wir wollen den Anschluss nicht verpassen".
Seit dem 2. März dieses Jahres ist das Evangelische Diakonissenhaus Berlin, Teltow, Lehnin der neue Eigentümer des Gesundheitszentrums. Der Landkreis Potsdam-Mittelmark gab die kreiseigene Einrichtung zu 94 Prozent an die Diakonie ab, nachdem die Pleite des Hauses mit einem Verlust von vier Millionen Euro aufgedeckt und nicht nur gegen die damalige Geschäftsführung, wegen Verdachts der Untreue, beziehungsweise der Konkursverschleppung, ermittelt wurde. Auch wegen dieses laufenden Verfahrens kann der neue Geschäftsführer, Bernd Grieger, noch keine konkreten Sanierungsmaßnahmen versprechen. Aber: "Wir wissen, dass über Jahre nichts in das Gebäude investiert wurde", so Grieger, der das "Missmanagement der vergangenen Jahre" und nicht eingehaltene politische Zusagen für eine weitere Verzögerung der lang ersehnten Instandsetzungsarbeiten verantwortlich macht. Außerdem muss die Gesundheitszentrum Verwaltung GmbH, als Instrument des Diakonissenhauses, unter der Prämisse der "Gemeinnützlichkeit" wirtschaften, was den Geschäftsführer dazu veranlasst, die Erwartungshaltung seiner "Mieter" etwas zu dämpfen.. "Eine westliche Glitzerwelt wollen wir, auch im Interesse unserer Patienten, nicht", stellt Grieger klar. Dass aber Handlungsbedarf besteht, stellt er nicht in Frage. Ab 2005 - und wenn das laufende Verfahren abgeschlossen sei - sollen die maroden Rohrleitungssysteme, Heizungen und Fenster erneuert und dann Innenräume renoviert werden.
Womit aber beginnen? Von außen betrachtet, präsentiert sich das Teltower Gesundheitszentrum in einer grauen Waschbeton-Hülle, als "Relikt des Sozialismus". Die moderne Innenausstattung und das medizinisch breit-gefächerte Fachwissen können Passanten nicht sehen. "Das ist nur sekundär", meint der Orthopäde, Henning Leunert, "wichtig ist, dass es innen funktioniert und dass wir unser medizinisches Konzept weiter entwickeln". Die als Verbund im Gesundheitszentrum arbeitenden niedergelassenen Ärzte, angestellten Mediziner, Apotheker, Optiker, Hörgeräteakustiker und Physiotherapeuten wollen auch nach außen hin ihr Netzwerk erweitern und neue Kooperationen mit umliegenden Ärzten und Krankenhäusern auf- und ausbauen. Konkrete Vertragsverhandlungen laufen bereits.
Dem guten Ruf des Teltower Gesundheitszentrum scheint die etwas nüchtern wirkende Außenfassade bisher jedenfalls noch nicht geschadet zu haben. "Von den Patienten werden wir stark frequentiert", sagt Kennerknecht. "Wir haben ja auch einen großen Einzugsbereich", ergänzt Fischer, "die Leute kommen sogar aus Zehlendorf und Lichterfelde, weil bei uns alle Arztdisziplinen vertreten und weil wir technisch gut ausgerüstet sind".
Die neue Geschäftsführung scheint ebenfalls zufrieden zu sein.
An der Ecke Iserstaße/Potsdamer Straße lockt zwar ein Transparent mit der Aufschrift "Praxen und Büroräume zu vermieten", aber der "Leerstand nutzbarer Flächen ist sehr gering", sagt Grieger, es gebe "massig Nachfragen" von Interessierten.
Gute Voraussetzungen also, um den Standort Gesundheitszentrum Teltow zu stärken.







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Archiv-Bezeichnung (intern): 2004-08-Innovationsstau




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