| Das Wirtschafts- und Verbrauchermagazin |
Juni 2004
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Mehr Aufenthaltsqualität erfordert gemeinsames Engagement
RGV im Gespräch mit Teltows Bürgermeister Th. Schmidt über Altstadtsanierung und Vergabepraxis Zu einem Gedankenaustausch empfing am 11. Juni der Teltower Bürgermeister Thomas Schmidt Georg Lehrmann und Uwe Valentin vom RGV. Zugegen war auch der Wirtschaftsförderer der Stadt, Dr. Peter Rönnebeck. Ganz sicher sei jeder einzelne Unternehmer seines Glückes Schmied, meinte Valentin zu Beginn, aber auch die infrastrukturellen Rahmenbedingungen müssten stimmen. Es sei wichtig, örtliche Kaufkraft zu binden und aus der näheren Umgebung heranzuziehen. Man habe sich deshalb um dieses Treffen bemüht, um hier gemeinsam die Probleme der Stadt und der gewerblichen Wirtschaft zu erörtern. Bei den Überlegungen zur Teltower Altstadt müsse der gesamte Bereich zwischen Ruhlsdorfer Platz und Stadthaus mit einbezogen werden. Hier sollte es andere, attraktive Angebote als in der Oderstraße geben. Man müsse jetzt handeln, denn wenn die Stadtverwaltung in zwei oder drei Jahren in die erneuerten Gebäude in der Altstadt einziehe, sei dies eine gute Voraussetzung für die Gewinnung weitere ansiedlungswilliger Investoren. Es sei in Ordnung, auf Einzelinvestoren zu setzen, aber man müsse ihnen auch zukunftsweisende Perspektiven in Form eines städtischen Leitbildes aufzeigen. Nur so könne ein attraktives und ausgewogenes Stadtzentrum entstehen. Die Kleinmachnower haben es vorgemacht. Der "Rathausmarkt" im neuen Ortszentrum hat einen Mix zu bieten, der bis nach Zehlendorf gut angenommen werde. Etwas Gleichwertiges - natürlich in anderer Form - sei auch für Teltow anzustreben, denn das Teltower Stadtzentrum mit seinem märkischen Altstadtkern in Kanalnähe ist touristisch interessant und liege verkehrsmäßig günstig in unmittelbarer Nähe zu Berlin. Das wird der entstehende S-Bahnanschluss noch unterstützen. Schmidt gab zu bedenken, dass die Nähe Berlins auch den Abfluss von Kaufkraft bewirke. Lehrmann meinte, es beruhe immer auf einer Wechselwirkung von Händlern und Kunden, ob ein Geschäft angenommen werde. Bürgermeister Schmidt wertete die aktuelle Situation der örtlichen Wirtschaft durch aus positiv, denn mit den Gewerbesteuereinnahmen gehe es aufwärts. Bei den zukünftigen Investitionen der Stadt müsse man jedoch aufpassen, dass man nicht auf die schiefe Bahn gerate. Schwerpunkte seien: Die Altstadt, der Verkehr und die weichen Standortfaktoren, wie Schulen, Kitas und andere Bestandteile der Infrastruktur. Eine Leitbildentwicklung für Teltow sei Ende letzten Jahres zwar auf dem Weg gebracht worden, aber leider am Haushalt gescheitert. Man werde es weiter versuchen und auch die Bürger daran beteiligen. Zur Altstadt informierte er, von zehn Grundstücken seien hier sieben in Privateigentum. Die Grundstückseigentümer, die nicht alle in Teltow wohnten, habe man komplett angeschrieben, um ins Gespräch zu kommen. Doch der Rücklauf sei gleich Null gewesen. Viele warteten ab. Es werde aber keine Abkehr von diesem Vorhaben geben. Valentin meinte, gegenwärtig sei es vor allem wichtig, den Standort der Kaufhauszeile in der Potsdamer-Str. zu erhalten, denn sonst breche alles weg. Auch die Ladenzeile in der Berliner Straße braucht Unterstützung, um als Einkaufsstandort angenommen zu werden. Er regte die Einrichtung eines Fußgängerüberweges an der Einmündung der Zehlendorfer Straße sowie von Stellplätzen für Fahrräder an. Weiterhin sollten beide genannte Standorte langfristig als Kristallisationspunkte für ein gewerbliche Entwicklung entlang der Potsdamer Straße wirken. Bezüglich der Kaufhauszeile betonte Dr. Rönnebeck, dass die Stadt seit Wochen in gutem Kontakt mit dem neuen Center-Managment stehe und bereits vielfältige Unterstützung geben konnte. So freut man sich, das es gelungen ist, am 19. Juni ein attraktives Sommerfest zu Belebung des Standortes zu organisieren. Im weiteren Gespräch wurde die dringliche Lösung der Verkehrsprobleme im Innenstadtbereich diskutiert. Eine erste Entspannung erhofft man sich mit der Realisierung der "Ostspange". Die wichtigere "Nordspange" behalte man weiter im Kopf ist aber bis auf weiters schwer finanzierbar. In diesem Zusammenhang informierte Bürgermeister Schmidt, dass die vorgeschlagene Trasse für die Baustraße zur Sanierung der "Kuppelmayerschen Siedlung" wie vorgeschlagen, von der Zehlendorfer Straße aus über das "Zeppelinufer" geführt wird. Ergänzend verwies Valentin darauf, dass die Sanierung und Entwicklung der Altstadt im Grunde auch eine große Chance für das regionale Handwerk sei. Darüber hinaus sollte man bei der Vergabe von Aufträgen nach Wegen suchen, das örtliche Klientel vorrangig berücksichtigen. Etwas Spielraum für Betriebe, die hier für Arbeits- und Ausbildungsplätze sorgen, müsse sein. Diese brauchten einen Bonus. Da sei etwas dran, sagte Dr. Rönnebeck. Man könne kaum von einem einheimischen Unternehmer erwarten, dass er zu einem Anlass etwas spendiere, wenn die Aufträge an auswärtige Firmen gingen. H. Weiß zurück zur Übersicht zurück zur STARTSEITE Archiv-Bezeichnung (intern): 2004-06-Sanierung |
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