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Das Wirtschafts- und Verbrauchermagazin
April 2004
Rettet das Freibad Kleinmachnow! Förderverein sucht Unterstützung auf breiter Basis

Kleinmachnow: Die gute Nachricht zuerst: Das Kleinmachnower Freibad in den Kiebitzbergen wird am 1. Mai und für die Badesaison 2004 geöffnet. Aber während die ersten Badegäste - bei hoffentlich schönem Wetter - sich im frischem Nass tummeln, wird ihnen die ungewisse Zukunft des Badespaßes vor Augen geführt. "Aufkleber, T-Shirts und Plakate sind bereits in Arbeit", kündigt Klaus Wandrei die Aktion "Rettet das Freibad" für den Eröffnungstag an. Wandrei ist der Vorsitzende des erst vor kurzem gegründeten "Vereins zur Förderung und zum Erhalt des Freibades Kiebitzberge".
Zum Hintergrund: Der jetzige Schwimmbad-Betreiber, die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Gewog, sagte schon im letzten Jahr die Schließung für 2005 voraus, wenn die Anlage bis dahin nicht umfassend saniert werde. Zwischen 3,5 bis 3,7 Millionen Euro Kosten veranschlagt die Gewog für die Sanierung. "Die technischen Anlagen müssen von Grund auf überholt werden", sagt Wandrei, der über den Umfang der Sanierung erst dann genau berichten könne, wenn er die Unterlagen des jetzigen Betreibers eingesehen habe. Die Gewog zeige sich in dieser Hinsicht sehr kooperativ, meint der Vereinsvorsitzende.
Doch nicht nur der bauliche Zustand gefährdet den Erhalt des Freibades: Etwa 200 000 Euro muss die Gemeinde Kleinmachnow jährlich für die Betriebskosten aufbringen. Angesichts der angespannten Haushaltsituation sind die Nachbargemeinden Stahnsdorf und Teltow nicht dazu bereit, sich an diesen Kosten zu beteiligen.
Mit dem Verkauf von Imageartikeln, Spenden und mit Sponsoren will der Verein die Kommune bei den Betriebs- und Sanierungskosten unterstützen. Die ersten 1000 Euro sind bereits bei einer Benefizveranstaltung, Anfang dieses Jahres im Augustinum, zusammen gekommen. "Das Geld ist ganz entscheidend für unsere Vereinsgründung", sagt Kassenwart Roland Templin, "weil wir es Zweck gebunden einsetzen wollen". Die Förderer haben sich mit der eigenen Satzung vorgenommen, "bei der Sanierung in fachlicher Hinsicht zu unterstützen". Personell sind sie dazu bestens ausgestattet: Unter den 14 bisherigen Mitgliedern engagieren sich einige, die schon vor 30 Jahren dabei waren als das Kleinmachnower Bad vor allem von Teltower Großbetrieben in der Freizeit errichtet wurde. Der Vereinsvorsitzende und jetzige Rentner Wandrei war damals Bauleiter des Schwimmbades, bevor er zum Stadtbaudirektor und dann zum stellvertretenden Kreisbaudirektor aufstieg. Bauingenieur Berthold Furler, der Beisitzer des Fördervereins, arbeitete als Brigadier einer Feierabendbrigade mit und Vereinsmitglied Fritz Knuth war als ehemaliger Betriebsdirektor des VEB Elektronische Bauelemente am Badbau beteiligt. Für den Erhalt der Kleinmachnower Schwimmanlage haben sich ehemalige Baubeteiligte mit späteren Nutzern zusammen geschlossen - egal ob sie aus Teltow oder Stahnsdorf kommen. "Wir sind überparteilich und überregional", sagt Wandrei, "wir suchen die Unterstützung auf breiter Basis der Bevölkerung". Die Frage, wie viele Gäste aus welchen Kommunen zum Baden nach Kleinmachnow fahren, interessiere nicht, so der Vereinsvorsitzende, "wir wollen die regionalen Kräfte bündeln, um auf die Kommunen einwirken zu können".
Als oberste Priorität haben sich die Förderer zum Ziel gesetzt, das Freibad in seinen bisherigen Ausmaßen zu erhalten. "Das Becken ist mit den 50-Meter-Bahnen für den Sportunterricht gut geeignet - den wollen wir hier mehr fördern", erklärt Templin und erklärt damit den Missstand, dass Kleinmachnower Schüler meistens zum Schwimmunterricht nach Potsdam fahren müssen. Der Kassenwart befürchtet, dass eine Verstückelung des Freibadgeländes durch Grundstücksverkäufe dazu beitragen würde, dass das Freibad nur noch als "Spaßbad" genutzt und dann privat betrieben werde.
Bisher haben die Kommunen Teltow und Stahnsdorf nicht signalisiert, dass sie sich an den Kosten beteiligen wollen. Der im Februar gestellte Antrag der Teltower CDU-Fraktion, ein Drittel der Betreiberkosten (67 000 Euro) mit zu tragen, weil Kleinmachnow sich auch bei der Finanzierung der Feuerwehr beteilige, wurde von den Stadtverordneten abgelehnt. Aber bei den Bestrebungen der Region, sich als Mittelzentrum zu bewerben, spielt das Freibad in den Kiebitzbergen eine wichtige Rolle. "Ein Mittelzentrum würde zwar nicht automatisch den weiteren Betrieb des Bades nach sich ziehen", erklärt Templin, "aber es wäre ein Argument für die Errichtung des Mittelzentrums - im Sinne von: Hier ist schon etwas Gemeinsames vorhanden."
ks

Der Förderverein "Freibad Kiebitzberge" trifft sich am Montag, den 19. April, um 19.30 Uhr im Sportforum Kleinmachnow zu seiner nächsten Mitgliederversammlung. Thema: Vorbereitung Spendenaktionstag anläßlich der diesjährigen Saisoneröffnung am 1. Mai. Interessenten und Gäste sind herzlich Willkommen.







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Archiv-Bezeichnung (intern): 2004-04-Freibad




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