| Das Wirtschafts- und Verbrauchermagazin |
März 2004
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Zweite Runde: "Wirtschaftsförderkreis Teltower Altstadt"
Nach der Auftaktveranstaltung Ende Januar trafen sich am 1. März wiederum ca. 30 Interessierte zum zweiten Gesprächskreis "Teltower Altstadt" im Bürgerhaus. Zunächst eröffnete RGV-Sprecher Uwe Valentin den Gesprächsabend mit einer kurzen Begrüßung der anwesenden Bürgerinnen bzw. Bürger, Gewerbetreibenden und Abgeordneten des Stadtparlamentes. Er bedankte sich für das große Interesse an der Initiative des Regionalen GewerbeVereins Stahnsdorf, Kleinmachnow e.V. und führte aus: Laut heutigen Planungen ist in den Jahren 2006/07 mit der Inbetriebnahme der sanierten "Kuppelmayrschen Siedlung" als städtisches Verwaltungszentrum zu rechnen. Damit sich dann die ohnehin schon angespannte Verkehrsituation im Altstadtbereich nicht noch weiter verschärft, sollte spätestens bis zu diesem Zeitpunkt auch die Verlängerung der Oderstraße (Nordspange) inklusive der benötigten Parkplätze im Einmündungsbereich Badstraße Realität sein. Dies würde gleichzeitig eine Verkehrsentlastung der Potsdamer Straße bewirken und so eher zu der einen oder anderen Investition in diesem Bereich motivieren. In Frage kommende Grundstücke dafür gibt es genug. So stehen laut "www.teltower-altstadt.de" (Complan) gegenwärtig 13 Immobilien zum Verkauf. Wenn es gelänge, wenigstens einen Teil dieser Grundstücke zeitgleich mit der "Kuppelmayrschen Siedlung" zu sanieren und mit attraktiven gewerblichen Nutzungen zu versehen, könnte in 2006/07 eine spürbare Steigerung der Aufenthaltsqualität in der Teltower Altstadt erreicht werden. Zu begrüßen sei in diesem Zusammenhang, dass seitens des RGV propagierte Vorschläge der Potsdamer-Straße betreffend, bereits in dem unlängst im Bauausschuss bestätigten Rahmenplan des Sanierungsgebietes eingeflossen sind. Um kurzfristig motivierte Investoren für die zum Verkauf stehenden Grundstücke zu finden, bedarf es aber, so Valentin, eines stärker ausgeprägten, engagierten Stadtmarketings mit Zukunftsvision. Die darauf folgende Diskussion zum aktuellen Zustand und der weiteren Entwicklung der "Teltower Altstadt" war vielschichtig und teilweise sehr von Unzufriedenheit und Resignation geprägt. So wandte eine Teilnehmerin skeptisch ein, sie kenne in Thüringen sanierte Städte mit vielen schönen Geschäften. Doch auch dort hat es der Handel in der gegenwärtig gesamtwirtschaftlichen Situation äußerst schwer. Valentin nahm dies zur Kenntnis und betonte, dass man hier keine weiteren Discounter ansiedeln möchte, sondern ergänzend zu den Angeboten in der Oderstraße nur attraktiven, kleinflächigen Einzelhandel von Mode bis hin zu Feinkost, Kunst, handwerklichen Dienstleistungen und natürlich vielfältige Gastronomie. Ein in der Altstadt konzentrierter Angebotsmix muss einen eigenen individuellen Charakter entwickeln, um so auch auswärtige Besucher an zulocken. Immerhin verfügt die Altstadt auch über einige interessante touristische Ziele und die S-Bahn wird schon ab kommendem Jahr erste Berliner Ausflügler nach Teltow befördern. Als einen wesentlichen Grund für die gegenwärtige unzureichende Attraktivität der Altstadt wurde von einigen Bürgern Mängel bezüglich der Ordnung und Sauberkeit genannt. So sei die Breite Straße lange nicht gereinigt worden. Aus Gewährleistungsgründen dürfe man keine Kehrmaschine einsetzen, war von der Stadtverwaltung zu erfahren, was als unbefriedigende Antwort empfunden wurde. Auch die Verschandelung der Stadt durch Hundekot, Zigarettenkippen und sonstigen Abfall müsse endlich konsequent unterbunden werden. Eine Bürgerin aus Sigridshorst äußerte: "Die Errichtung der Nordspange in der Grünzone wäre ein arger Frevel". Der Teltowkanal sollte ohne eine laute Straße in die Gestaltung einbezogen werden. Ein anderer Zuhörer stimmte ihr zu. Jede neue Straße bringe auch mehr Verkehr. "Was sollen 20-Tonner hier?" Man müsse hauptsächlich den Schwerlastverkehr verhindern. Der Bau der Nordspange sei die Wiederherstellung einer alten Verkehrsachse, verteidigte dagegen ein Befürworter das Projekt. Valentin bekundete sein Verständnis für die Standpunkte. Er hätte sich auch eher eine südlich von Teltow verlaufende Umgehungsstraße z.B. in Form einer Verlängerung der Stahnsdorfer-Straße (Ruhlsdorf) über das Feld in Richtung dem heutigen Güterverteilzentrum in Großbeeren vorstellen können. Doch die Messen dazu seien nun mal gesungen. Es kommt jetzt darauf an, die Nordspange als Teil des beschlossenen Spangensystems so verträglich wie möglich einschließlich sicherer Querungen für Fußgänger und Radfahrer zu realisieren. Alt-Bürgermeister Siegfried Kluge (1994 bis 2002): "Wichtig ist, dass Druck gemacht wird." Die Stadt müsse mit den Investoren reden, tue aber zu wenig vor allem bezüglich ihrer eigenen Grundstücke. Weiter: "Die Altstadt könne nicht nur als Verwaltungszentrum existieren, denn sonst bewege sich hier nur am Tage etwas und nachts sei Ruhe. Hier müssen auch Menschen wohnen. So sei z.B. für das Betonwarengelände eine Wohnbebauung anzustreben. "Im Rahmen der Sanierung der "Kuppelmayrschen Siedlung" befürwortete er die Errichtung einer Baustraße auf dem Zeppelinufer bis hin zur Badstraße, denn sonst seien die bereits sanierten Altstadtstraßen nach Abschluss der Bautätigkeit auch hier wieder sanierungsbedürftig. Aus dem Kreise einiger Bauherrn, die bereits private Sanierungsvorhaben in der Teltower Altstadt durchgeführt haben, wurde angemerkt: "Den Sinn und Zweck des Denkmalschutzes stelle wohl niemand in Frage. Doch man solle es nicht übertreiben und an jedem Detail wie den Abmessungen der Dachgauben herumnörgeln. Es hat den Anschein die Denkmalbehörde und Complan bestimmen und wir sollen zahlen. Man betrachte jedes Haus als Einzelfall, doch eigentlich entscheide die Summe des Ganzen über den Erfolg. Nicht zuletzt sei manches Haus in den vergangenen Jahrhunderten schon zigmal umgebaut werden." Als Ergebnis des Abend verständigte man sich darauf, in einer nächsten Veranstaltung Teltows Bürgermeister Thomas Schmidt, sowie Vertreter des Bauamtes, des Sanierungsträgers "Complan" und der Denkmalpflege einzuladen, um mit Ihnen die Möglichkeiten eines erforderlichen Stadtmarketings zu Gewinnung von Investoren und deren unbürokratische Betreuung zu diskutieren. Auch die Schaffung einer Gewerbeordnung speziell für den Altstadtbereich wurde angeregt. In ihr sollen gewerbliche Geschäftszeiten, Fragen der Ordnung und Sauberkeit u.a. im Interesse der Wohnanlieger und der Gäste unserer Stadt geregelt werden. Der nächste Wirtschaftsförderkreis findet am Mittwoch den 31. März 2004 ab 19 Uhr im Sitzungssaal des Alten Rathauses, am Markt 2 in Teltow, statt. H. 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