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Das Wirtschafts- und Verbrauchermagazin
Februar 2004
Kammerspiele Kleinmachnow: Chance für Annäherung

Zwischen Kommune und den Kammerspielen bahnt sich eine neue Form der Zusammenarbeit an.
Die Kammerspiele sind das zentrale Kulturhaus in Kleinmachnow. Nicht nur weil es Kinovorstellungen, Theater und Musikfeste in sich vereint, sondern vor allem, weil das Haus im typischen DDR-Grauputz mit dem Ort fest verwachsen ist. Generationen von Kleinmachnowern haben in dem 30er-Jahre-Bau vor der Leinwand gesessen oder gar selbst auf den Bühnenbrettern gestanden.
Besonders Karl-Heinz Bornemann ist mit dem Haus an der Karl-Marx-Straße persönlichverbunden. Sein Großvater ließ die Kammerspiele einst bauen. Die Bornemanns betrieben die Kammerspiele bis Anfang der 60er Jahre, dann sei eine staatliche Beteiligung angemeldet worden und die Familienmitglieder zunehmend unter den Druck der Partei geraten, erzählt Bornemann. Im Juli 1960 flüchteten die Kleinmachnower zunächst nach West-Berlin, dann siedelten sie sich im niedersächsischen Wolfenbüttel an, um dort für die nächsten 30 Jahre die Leute für die flimmernde Leinwand zu begeistern. Seit dem 1. Januar 2004 ist Karl-Heinz Bornemann wieder Besitzer des Kulturhauses. "Ich denke, dass ich die Kammerspiele auch in einem Jahr noch betreibe", sagt er zuversichtlich, "ich habe nicht zehn Jahre gekämpft, um nun kurzfristig die Segel zu streichen".
Von Schließung war in den letzten Wochen die Rede und davon, dass das Haus in ein Konsortium eingebracht werden sollte. Bornemann hat andere Pläne. Als Eigentümer will er die Kammerspiele "in einer Hand betreiben" und auch die ehemalige Gaststätte "Palette" will er wieder in Betrieb nehmen. Ganz allein wird es der neue Alteigentümer allerdings nicht schaffen und ob die Kammerspiele so betrieben werden können, dass genügend Mitarbeiter bezahlbar sind, steht noch in den Sternen. Bornemann: "Ich bin noch in der Anfangsphase und muss die Betriebszahlen, die mir an die Hand gegeben wurden, erst überprüfen".
"Die Kammerspiele wurden zehn Jahre lang nicht Kosten deckend betrieben", sagt Bürgermeister Wolfgang Blasig (SPD). Das Haus könne nur wirtschaftlich laufen, wenn "Hand in Hand gearbeitet" werde. Das heißt, dass alle Beteiligten an einem Strang ziehen müssten: Der Eigentümer, die Kommune und die Nutzer, die durch den "Förderverein Kulturhaus Kammerspiele Kleinmachnow e.V." vertreten werden. Aber zwischen Bornemann und Christian Grützmann, dem Vorsitzenden des Fördervereins, scheinen alle Brücken zur Einigkeit abgebrochen zu sein: Grützmann warf dem Eigentümer Konzeptlosigkeit und das Schielen auf Gewinne auf Kosten der Jugendförderung vor, während Bornemann sich weigerte, überhaupt noch mit dem Vorsitzenden zu sprechen. "Mit dem Vorstand ist keine Zusammenarbeit möglich", bestätigte Bornemann erst kürzlich, wobei er aber noch eine Tür offen ließ: "vielleicht sind andere Mitglieder des Vereins vernünftiger".
Aber trotz aller Querelen scheint es mit den Kammerspielen weiter zu gehen. Das Kinoprogramm läuft, wie gewohnt, seit Anfang Januar. Auch für die angefallenen Sanierungsarbeiten des 70jährigen Gebäudes wurden erste Maßnahmen ergriffen. Bei einer so genannten "Brandschau", Mitte Januar, seien keine gravierenden Beanstandungen festgestellt worden, berichtet Bornemann. "Bereits im September 2003 hatte ich einen Dekra-Sachverständigen beauftragt, der über 70 Mängel, hauptsächlich im elektrotechnischen Bereich fand", erzählt der Eigentümer, "auch die sind bereits durch die Gemeinde abgearbeitet worden".
Nach einem Gespräch mit Bürgermeister Blasig, scheint nun eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen Kammerspiele und Kommune zu Stande zu kommen. Den Vorschlag des Bürgermeisters, dass die Gemeinde das Kulturhaus für 50 Tage oder Veranstaltungen im Jahr mietet, begrüßt Bornemann auf seine Art: "Ich denke schon, dass ich damit leben kann".
Ks







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Archiv-Bezeichnung (intern): 2004-02-Kammerspiele




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